Fakten zur Jugendstudie: Die Aachener Jugend ist tolerant

Von: Sabine Rother
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Professor Christian Pfeiffer: In Aachen stellte er eine Studie zur Situation von Kindern und Jugendlichen vor. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Der ehemalige Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens Christian Pfeiffer hat in Aachen als Gast unserer Zeitung die Studie „Aachener Kinder und Jugendliche als Täter und Opfer von Gewalt“ vorgestellt. In Auftrag gegeben wurde die Untersuchung von „Menschen helfen Menschen“, dem Hilfswerk unserer Zeitung. Einige Ergebnisse fallen besonders ins Auge.

Toleranz: Die deutschen Jugendlichen Aachens sind toleranter als die Jugendlichen Niedersachsens. In Aachen vertreten 13,9 Prozent der Jugendlichen (eher) ausländerfeindliche Einstellungen, in Niedersachsen sind es dagegen 21,5 Prozent. Als antisemitisch werden 5,7 Prozent der deutschen Jugendlichen Aachens eingestuft, in Niedersachsen hingegen sind es sieben Prozent.

Freizeit: Mehr als zwei von drei Kindern geben in Aachen an, Mitglied in einem Sport oder Reitverein zu sein. Dies gilt für Jungen häufiger als für Mädchen (77,3 zu 58,7 Prozent) und für einheimische Deutsche häufiger als für Migranten (74,1 zu 60 Prozent).

Cybermobbing: Über 40 Prozent von Schülern der neunten Klasse in Hannover und Aachen wurden bereits Opfer einer Mobbing-Attacke, jeder vierte Schüler erlebte dabei sehr heftige Beleidigungen, Tendenz steigend.

Sitzenbleiber: 61 Prozent der Sitzenbleiber sind Jungen. Das Spitzenabitur (Note 1,5) schaffen 60 Prozent Mädchen, 40 Prozent Jungen.

Mobbing durch Lehrer: An Gymnasien ist das Mobbing durch Lehrer gegenüber Schülern intensiver als bei anderen Schulformen (Verhältnis 35 Prozent zu 30 Prozent). In Haupt- und Realschulen gehen die Lehrer besser auf Jugendliche mit schlechten Noten ein.

Schulschwänzen: Sechs Prozent der Aachener Schüler (Hannover vier Prozent) schwänzen die Schule. Die Studie zeigt, dass dieses Verhalten zunimmt, wo keine oder geringe Konsequenzen erfolgen, Eltern etwa sofort benachrichtigt werden, wie es in Süddeutschland üblich ist. Lehrer reagieren häufig mit Erleichterung, wenn die als schwierig eingestuften Schüler dem Unterricht fernbleiben.

Alkohol und Drogen: In Aachen trinken 6,8 Prozent der Jugendlichen (11,5 Prozent Niedersachsen) in problematischer Weise Alkohol. Einen starken Rausch haben in Aachen 22 Prozent, in Niedersachsen 31,5 Prozent. In Aachen nehmen 0,4 Prozent (0,5 Prozent Niedersachsen) harte Drogen.

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