Fachtagung: Bürger kritisieren Nationalparkförster

Von: Marlon Gego
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Ob man das jahrzehntelang mit Fichten aufgeforstete Waldgebiet einfach sich selbst überlassen soll oder ob man es in den angenommenen Urzustand zurückversetzt - auf diese Frage wurde bisher noch keine Antwort gefunden. Foto: Franz-Josef Adrian, Michael Jaspers, Nationalpark Eifel

Simmerath. Wie es nach der lauten Kritik der vergangenen Monate im Nationalpark Eifel weitergehen soll, ist auch nach der gestrigen öffentlichen Fachtagung nicht ganz klar. Experten aus Wissenschaft, Forstwirtschaft und Naturschutz lieferten überzeugende Argumente sowohl für eine Fortführung des eingeschlagenen Weges als auch für eine radikale Kehrtwende.

Ginge es allerdings nach dem Willen der am Mittwoch in Simmerath-Rurberg anwesenden Bürger und Anwohner, und das waren gar nicht wenige, dann ist die Zukunft des Nationalparks klar: Stopp, sofort, vor allem mit den Kahlschlägen. Nur nicht weiter so.

Die entscheidende Frage

Die Frage, an der sich im Nationalpark seit jeher alles entzündet, ist diese: Soll man das jahrzehntelang mit Fichten aufgeforstete Waldgebiet einfach sich selbst überlassen, oder soll man es, wie es bei der Eröffnung 2004 beschlossen wurde, in den angenommenen Urzustand zurückversetzen?

Wegen dieses Umbaus zum Buchenwald werden gewaltige Flächen kahlgeschlagen, werden Jahr für Jahr Hunderte Wildtiere erschossen, werden Bäume gepflanzt, wird mit tonnenschwerem Gerät Festmeter um Festmeter Holz aus dem Nationalpark geschafft. „Kann man so machen“, hieß es am Mittwoch von mehreren Experten, eine solche Art des Waldumbaus sei nicht unüblich. Der Nachteil dieser Methode sei, dass der Mensch trotzdem nicht voraussagen könne, wie der Nationalpark sich in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird.

In den Teilen der ganztägigen Veranstaltung, in denen sich die etwa 200 anwesenden Tagungsbesucher einbringen durften, war wiederholt von „einer brutalen Behandlung des Waldes“ durch die Nationalparkverwaltung die Rede. „Wir bitten Sie eindringlich“, flehte ein älterer Mann aus Schleiden-Wolfgarten, „verzichten Sie in Zukunft auf Kahlschläge.“

Ein Privatwaldbesitzer warf den Nationalparkförstern vor, mit schlechtem Beispiel voranzugehen, das mit Nachhaltigkeit, wie sie im Gesetz verlangt werde, nichts zu tun habe. Kritik kam auch an der Veranstaltung an sich auf: Wäre es der Nationalparkverwaltung ernst mit der öffentlichen Meinung, würde man eine solche Tagung an einem Wochenende veranstaltet haben, wenn auch berufstätige Menschen hätten teilnehmen können, sagte ein Bürger.

Wie es im Nationalpark also weitergeht? Das wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen, wenn die Verantwortlichen die Ergebnisse der Tagung ausgewertet haben.

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