Köln - Experten wollen die Verkehrsströme besser lenken

Experten wollen die Verkehrsströme besser lenken

Von: Berthold Strauch
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Köln. Da sind sich alle Experten ausnahmsweise einmal einig: Der Verkehr wird weiter zunehmen. Und damit er möglichst ungehindert rollen kann, muss die Mobilität durch ein ganzes Maßnahmenbündel gewährleistet werden. Darüber machen sich die fünf rheinischen Industrie- und Handelskammern (IHK) Gedanken.

Ansonsten drohe der Infarkt, machte etwa Clemens Lueg (IHK Köln) am Donnerstag vor der Presse in der Domstadt deutlich: „Der November ist der Haupt-Staumonat. Wenn wir nichts tun, ist das der Normalzustand für das gesamte Jahr”, brachte er die Problemlage auf den Punkt. Anlass war die Fachkonferenz „Stadtentwicklung und Mobilität im Rheinland 2025”.

In den nächsten 15 Jahren werde entgegen dem Landestrend insbesondere in Aachen, Bonn, Düsseldorf und Köln die Bevölkerung wachsen. Das liege insbesondere am „besseren Arbeitsplatzangebot”, so die Akteure in einem Positionspapier. Dies bedeute auch ein weiteres Wachstum des Berufsverkehrs zwischen Stadt und Umland - der sich die Verkehrswege mit dem gleichfalls kräftig steigenden Güter- und Transitverkehr teilen müsse.

Um die Erreichbarkeit der Citys zu sichern, plädieren die IHKs für einen weiteren Ausbau des überregionalen Verkehrsnetzes von Straße und Schiene. Zu den Problemzonen wird zum Beispiel auch die Achse Aachen-Köln-Siegtal gerechnet.

Da den Innenstädten enge räumliche Grenzen gesetzt seien, gelte es, die vorhandene Infrastruktur besser auszunutzen. Und dazu soll auch der Aufbau eines Managementsystems entscheidend beitragen, unterstrich Ekhart Maatz aus dem NRW-Verkehrsministerium.

Bereits ab Anfang 2011 sollen Arbeitsgruppen mit allen Akteuren den Aufbau einer „integrierten Verkehrszentrale”, Teil des Koalitionsvertrags der neuen Landesregierung, vorbereiten, kündigte Maatz an. Erste Ergebnisse sollen bereits im kommenden Jahr vorliegen.

Ein wichtiges Ziel dieses Projekts sei eine dynamische Routenführung für den Verkehr, der Stauinformationen aktuell aufs Navigationssystem oder ins Radio sendet. Hierfür müssten mehrere bestehende Datenpools zusammengeführt werden.

Dann soll es auch nicht mehr passieren wie am Donnerstag noch auf der Autobahn 4 von Aachen nach Köln, dass der Verkehrsfunk vier Kilometer Stau ankündigt und die „Schilderbrücken” zu Tempo 80 mahnen, die Fahrbahnen aber längst freie Fahrt erlauben.

Zudem sei „dringend notwendig, das Baustellenmanagement mit der tatsächlichen Verkehrssituation zu verknüpfen”, so Maatz. In NRW gibt es 2200 Kilometer Autobahnen, die 70 Prozent des Verkehrs abwickeln, und weitere 120.000 Kilometer öffentliche Straßen.

Zu dem vorgeschlagenen Maßnahmenkatalog gehört auch eine Staffelung des Schulbeginns und flexiblere Arbeitszeiten, dazu ein betriebliches Mobilitätsmanagement und neue Angebotsformen im Öffentlichen Personennahverkehr - etwa eine „Netzkarte”, die neben der Nutzung von Bus und Bahn auch den Umstieg aufs Taxi und Fahrrad ermöglicht.
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