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Evangelische Kirche in Köln wird zur Synagoge umgewidmet

Von: dpa
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Köln. Zum ersten Mal wird eine Kirche im Rheinland zu einer Synagoge umgewidmet. Die Kreuzkapelle im Kölner Stadtteil Riehl soll nach Angaben der Evangelischen Kirche im Rheinland am Sonntag in einem Gottesdienst mit Präses Manfred Rekowski entwidmet werden.

Anschließend will die liberal-jüdische Gemeinde „Gescher LaMassoret” das Gebäude als Synagoge nutzen. Die Gemeinde mit derzeit 100 Mitgliedern feiert bereits seit 2001 in einem Synagogenraum in der Kapelle ihre Gottesdienste.

Die Evangelische Kirche im Rheinland bezeichnet die Umwidmung der Kapelle zur Synagoge als „versöhnenden Brückenschlag” nach Jahrhunderten, in denen jüdische Gebäude zerstört und beschlagnahmt worden seien.

Seit 2010 wurden auf dem Gebiet der Landeskirche, zu dem 719 Kirchengemeinden und mehr als 2,6 Millionen Mitglieder gehören, zehn bis 20 evangelische Kirchengebäude entwidmet. Grund dafür seien schrumpfende Gemeinden, steigende Unterhaltskosten und zu hohe Sanierungskosten. Viele der Gebäude wurden abgerissen, andere werden als Kulturzentren genutzt.