Aachen - Euregionale Feuerwehrübung: „Es brennt!” - „au feu!” - „het brandt!”

Euregionale Feuerwehrübung: „Es brennt!” - „au feu!” - „het brandt!”

Von: Laura Hentz
Letzte Aktualisierung:
Dreiländerübung: Einheiten d
Dreiländerübung: Einheiten der Feuerwehren aus Aachen-Laurensberg, Vaals, Kelmis, Montzen übten den Ernstfall an der Eissporthalle Aachen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Weiße Rauchschwaden dringen aus der Tivoli Eissporthalle und steigen in den Himmel. Es brennt! Lange Minuten passiert nichts. Dann rückt endlich die Feuerwehr mit Blaulicht an - aus Vaals und Kelmis.

Es ist die zwölfte euregionale Gemeinschaftsübung mit Vertretern der Freiwilligen Feuerwehr Aachen, Löschzug Laurensberg, der niederländischen Brandweer, Einheit Vaals und den belgischen Pompiers aus Kelmis und Montzen. Ein Waldbrand, Industriebrände: „Wiederholen wollen wir uns natürlich nicht”, erklärt Übungsleiter Reiner Mertens vom Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Laurensberg.

Darum setzen die Verantwortlichen jedes Jahr am Freitag vor Pfingsten einen anderen Schwerpunkt und lassen die Übungen reihum in Deutschland, Belgien und den Niederlanden stattfinden. In diesem Jahr bergen und begutachten die Wehren gefährliche Stoffe und Güter aus der Aachener Eissporthalle.

Nachdem alle Personen aus der Halle und vom Dach gerettet sind, beginnen die Löscharbeiten. Da stoßen die Einsatzkräfte auf beschädigte Behälter mit Gefahrenstoffen. Doch um welche Stoffe handelt es sich genau? Eine wichtige Information, um zu entscheiden, welches Löschmittel eingesetzt werden soll und welche Schutzmaßnahmen für die Bergung getroffen werden müssen. Zwei Feuerwehrmänner ziehen gelbe Ganzkörper-Schutzanzüge an. Sogar ihre Atemschutzgeräte verschwinden unter der Schutzkleidung. Mit aller Vorsicht bergen sie die Stoffe. Die Gefahr ist gebannt.

Insgesamt vier Szenarien spielen die 143 an der Übung beteiligten Einsatzkräfte durch. Sie bergen einen gefährlichen Cocktail aus Reinigungsmitteln, retten durch Rauchgas verletzte Menschen und überprüfen ob ein Brand die Ammoniakkälteanlage der Eishalle beschädigt hat. Dazu haben die Einheiten jede Menge Gerätschaften mitgebracht: Löschgruppenfahrzeuge, auf die 600 Meter Schlauch aufgerollt sind, Tanklöschfahrzeuge, die 2500 Liter Wasser transportieren, eine Drehleiter. Auch der ABC-Zug der Freiwilligen Feuerwehr und die Johanniter nahmen teil.

Doch im Vordergrund steht auch in diesem Jahr das Miteinander Wehren. „Wichtig ist, dass man sich kennt und weiß, wie die anderen agieren”, erklärt der Mitorganisator Rolf Bohren vom Löschzug Laurensberg. Dazu gehört aber auch, die Unterschiede zu überwinden. So haben die Wehren erst einmal Verbindungsstücke für ihre Schläuche gebastelt, weil die Schlauchkupplungen der verschiedenen Nationen nicht aufeinander passen.

Auch die Funkverbindungen sind nicht kompatibel. Darum wird für die Übungen eine gemeinsame mehrsprachige Funkzentrale eingerichtet. Brandschutzdezernent Dr. Lothar Barth hofft, dass auch in Deutschland der Digitalfunk in den nächsten Jahren eingeführt wird und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit erleichtert. Die Endvision sei, dass die Leitstellen in Lüttich, Maastricht und Aachen vernetzt seien und man im Ernstfall gegenseitig einspringen könne.

Trotz aller Hindernisse, die Feuerwehrleute sind sich einig: Die Kameradschaft ist das was zählt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert