Euregio Maas-Rhein nimmt das Jahr 2020 in den Blick

Von: Udo Kals
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Sankt Vith/Aachen. Zwischen Maastricht, Lüttich, Hasselt, Eupen und Aachen liegen zwar nur wenige Kilometer. Doch manchmal liegen nicht nur Grenzen, sondern sogar Welten zwischen den Städten. Etwa wenn es um die Zusammenarbeit in der Euregio Maas-Rhein (EMR) geht.

Das Zusammenwachsen Europas bleibe „weiter eine schwierige Angelegenheit“, hatte der Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens (DG), Karl-Heinz Lambertz, Anfang des Jahres bei der Einweihung des Grenzinfopunktes auf dem Aachener Katschhof gesagt. Und damit lag er ebenso richtig wie mit der Prognose, dass Unterschiede auch in Zukunft eine große Rolle spielen würden. Gleichwohl müsse an den Problemen noch viel gearbeitet werden.

„Dabei muss es Treiber, Kümmerer geben, Leute, die anderen in den Hintern treten, damit es vorangeht“, sagte Lambertz, der von nun an dazu noch mehr Gelegenheit hat als sonst. Bei der gestrigen EMR-Konferenz in Sankt Vith übernahm er vom Gouverneur der Provinz Belgisch-Limburg, Herman Reynders, den Vorsitz für die nächsten drei Jahren – und will den Motor des inzwischen 36-jährigen Oldtimers grenzüberschreitender Zusammenarbeit in Europa so richtig durchstarten. Schmieröl dafür soll unter anderem die sogenannte Zukunftsstrategie Euregio Maas-Rhein 2020 sein, die ebenfalls verabschiedet worden ist und nun umgesetzt werden soll. „Das Papier gibt die Richtung vor“, sagt Lambertz. Und er weiß: „Da sind teilweise dicke Bretter zu bohren, dafür reichen drei Jahre nicht aus.“

Das weiß auch Iene Vanmanshoven, die als Projektmanagerin in den vergangenen anderthalb Jahren mit unzähligen Partnern das Papier diskutiert und formuliert hat – und charmant von einem „komplexen Prozess“ spricht. Natürlich wegen der sprachlichen Barriere, aber auch inhaltlich. Am Ende, bilanziert sie, bedeute grenzüberschreitende Kooperation „langsam aber zielgerichtet die Einheit in der Vielfalt auszuloten“. Und sie betont: „Das Strategiepapier ist ein Werkzeug, um aus der euregionalen Kooperation Kapital zu schlagen.“ Die Grenzlage weniger als Problem, sondern mehr als Vorteil – und das im Miteinander.

Ob Arbeitsmarkt, Mobilität, Wirtschaft, Innovation oder öffentliche Sicherheit: Sattsam bekannte Handlungsfelder wie diese sind benannt und konkrete Projekte teilweise schon formuliert: eine stärkere Entwicklung und Vermarktung von gemeinsamen touristischen Attraktionen, eine intensivere Vernetzung von Forschungseinrichtungen sind nur drei Beispiele. Viele weitere, so hofft nicht nur Vanmanshoven, sollen folgen, damit dem großen Versprechen für das Jahr 2020 auch Taten folgen. Die EMR, sagt die Projektmanagerin aus Hasselt, „will durch grenzüberschreitende Lösungen das Leben der Menschen einfacher machen“.

Aber Papier, das weiß auch Lambertz, ist geduldig. Er kennt das Geschäft. Schließlich war er 1999 bereits einmal Vorsitzender der EMR, die ihren Sitz in Eupen hat – wo er als Ministerpräsident selber residiert. „Ich werde das Thema für meinen dreijährigen Vorsitz zur Chefsache machen“, sagt er und nennt ein weiteres Ziel: „Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass die Menschen die Dinge, die wir machen wollen, auch mitbekommen. Das darf nicht im stillen Kämmerlein passieren.“

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