Region - Eupen: Ein Rundgang mit schönem Finale

Eupen: Ein Rundgang mit schönem Finale

Von: Katharina Menne
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Tolle Perspektive: Von der Oberstadt hat man einen schönen Ausblick auf Eupens Unterstadt und die umliegenden Wälder. Foto: Katharina Menne
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Die Kirchstraße lädt zum Bummeln und Einkehren ein.
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Die Bergkapelle wurde im Jahr 1712 fertiggestellt.

Region. Eupen ist eine kleine Schatzkiste. Die größte Stadt der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens liegt inmitten einer Wald- und Wiesenlandschaft an der Weser und ist reich an Kultur und Geschichte. Für Wanderfreunde kann ein Ausflug zur naheliegenden Wesertalsperre reizvoll sein, für Leckermäulchen ein Besuch im Schokoladenmuseum.

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Doch auch in den kleinen, verschlungenen Gassen der Ober- und Unterstadt lässt sich immer wieder etwas Neues entdecken. Auf einem etwa zweistündigen Rundgang durch die Oberstadt, die bereits historisch als Einkaufs- und Handelsstadt vorgeprägt ist, kommt man an prächtigen Bürgerhäusern aus der Blütezeit des Tuchmacherhandwerks sowie an zahlreichen Kirchen, Brunnen und anderen Sehenswürdigkeiten vorbei.

Los geht die Entdeckungstour am Büro der Touristeninformation (Marktplatz 7). Schon auf diesem Platz gibt es viele Schätze zu heben. Den Mittelpunkt bildet die Mariensäule. Sie wurde 1857 vom Bildhauer Christian Mohr errichtet, der auch über 300 Wasserspeier und Skulpturen für den Kölner Dom entworfen hat.

Doch das dominierende Bauwerk am Marktplatz ist die St.-Nikolaus-Kirche mit ihren zwei grünen Türmen, erbaut in den Jahren 1724 bis 1729 nach Plänen von Laurenz Mefferdatis aus Aachen. Sie gilt als eines der Wahrzeichen von Eupen und ist weithin sichtbar. Der rechte Turm mit einem noch gut erkennbaren Schießschacht ist wahrscheinlich ein Überbleibsel der ersten Kapelle von 1213, dem Jahr, in dem auch die Stadt das erste Mal urkundlich erwähnt wurde.

Während sich die Außenfassade der Kirche an den Bauformen der Renaissance orientiert, ist die Innenausstattung eher im Barockstil gehalten. Der Hochaltar wurde nach einem Entwurf des Aachener Architekten Johann Josef Couven errichtet.

Weiter geht es durch die Klosterstraße, eine der Hauptgeschäftsstraßen, zum Rathausplatz mit dem ehemaligen Kapuzinerkloster. Darin befindet sich heute, wie der Name des Platzes bereits verrät, das Rathaus der Stadt. Auch die rechts angrenzende Klosterkirche lohnt einen Besuch.

Vom Rathausplatz geht es über die Vervierser Straße zum Eingang des Parks „Klinkeshöfchen“. Er ist einer von zahlreichen Parks, die über die Stadt verteilt zum Spielen, Relaxen und Verweilen einladen. Nach Durchqueren der idyllischen Grünanlage gelangt man auf der gegenüberliegenden Seite zur Hufengasse, die nach links am St.-Nikolaus-Krankenhaus vorbei wieder zum Marktplatz führt. Hier geht es nun nach rechts die Kirchstraße hinunter bis zur Klötzerbahn.

Den Mittelpunkt des Klötzerbahn-Platzes bildet der Friedensbrunnen, gestaltet vom Aachener Künstler Peter Hodiamont. Direkt daneben steht die evangelische Friedenskirche. Sie wurde im neugotischen Stil in den Jahren 1851 bis 1855 erbaut und zeichnet sich besonders durch ihren stählernen Turm aus.

Direkt gegenüber der Kirche liegt das Regierungsgebäude der Deutschsprachigen Gemeinschaft, das wie viele andere Architekturdenkmäler der Stadt nach Plänen von Couven erbaut wurde. Es ist das einzige Kaufmannshaus mit einem zur Straße geöffneten Innenhof.

Das Haus mit der Nummer 52 in der direkt angrenzenden Gospertstraße beherbergt das Stadtmuseum. In dem schönen alten Kaufmannshaus aus dem Jahr 1697 gibt es neben einem Ausflug in die Stadtgeschichte eine Ausstellung mit regionstypischen Uhren, Töpferarbeiten, Karnevalskostümen und alten Trachten zu sehen.

Am Ende der Straße erreicht man den Werthplatz. Er ist gesäumt von vielen imposanten Kaufmannshäusern, die vom Reichtum der Tuchkaufleute im 18. Jahrhundert zeugen. Das Relief am Haus mit der Nummer 1-3 zeigt die Göttin Fortuna mit den Handelssymbolen. Auf der anderen Seite des Platzes steht die im Jahr 1690 im klassizistischen Stil erbaute Lambertus-Kapelle. Das Kriegsdenkmal in der Mitte des Platzes erinnert an die gefallenen Soldaten der Kriege gegen Österreich und Frankreich im 19. Jahrhundert. Vor der Kapelle stehend erhebt sich linker Hand im Hintergrund der Heidberg, rechts steigt der Kaperberg an, dem der Weg im Weiteren folgt.

Direkt zu Beginn des Anstiegs sollte man das Gebäude mit der Nummer 2-4 nicht verpassen. Es wurde 1721 von Mefferdatis für einen Tuchkaufmann gebaut und beherbergt heute die Pater-Damian-Sekundarschule sowie das Staatsarchiv. Die Gebäude gruppieren sich um einen schönen Innenhof. Am Ende des langgezogenen Kaperbergs geht es am Kreisverkehr rechts in die Judenstraße, an deren Ende man den Abzweig zur Moorenhöhe auf keinen Fall verpassen sollte.

Dieser Aussichtspunkt bietet einen traumhaften Blick auf die Unterstadt, die umliegenden Wälder und das Hohe Venn. Rechts im Tal liegt das Kabelwerk – die Produktionsstätte des größten Kabelherstellers Belgiens. Das Backsteingebäude aus dem Jahr 1747 war ursprünglich eine Kammgarnspinnerei. Ebenfalls nicht zu übersehen ist die St.-Josef-Kirche, die von 1854 bis 1869 im neugotischen Stil von Vinzenz Statz aus Köln erbaut wurde.

Von hier geht es zurück zur Judenstraße, die einen weiter zur neoromanischen St.-Johannes-Baptist Kapelle führt. Das auch Bergkapelle genannte Gotteshaus wurde 1712 fertiggestellt und war bis zum Bau der St.-Josef-Kirche die Kirche der Unterstadt.

Von der Kapelle aus führt der Weg jetzt rechts die Bergstraße hinunter wieder zurück in Richtung Marktplatz, vorbei am Clown-Denkmal, dem Wahrzeichen des Eupener Karnevals, und dem Euregio-Brunnen von Hodiamont. Zahlreiche Geschäfte und Cafés laden an der Kirchstraße zum Bummeln und Einkehren ein. Nach dem Auf und Ab durch die Hügel Eupens ist eine Rast dort ein schöner Abschluss der Entdeckertour.

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