Eschweiler Rachemord: Lebenslänglich für Ehepaar gefordert

Von: Angela Delonge
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Rachemord
Karl-Heinz H. aus Eschweiler (links) ist angeklagt, am 14. August 2015 den damals 29 Jahre alten Christian L. ermordet zu haben. Foto: Ralf Roeger

Eschweiler/Aachen. Im Prozess um den Mord an Christian L. aus Eschweiler hat Staatsanwalt Boris Petersdorf am Donnerstag vor dem Aachener Schwurgericht lebenslange Haftstrafen für die wegen gemeinschaftlich Mordes angeklagten Eheleute Karl-Heinz und Nadine H. (39 und 31 Jahre) gefordert.

Beide Mordmerkmale – Heimtücke und niedere Beweggründe – seien gegeben. Für Karl-Heinz H. forderte die Anklage außerdem die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.

Für den ebenfalls als Haupttäter angeklagten Sven L. (26) hält Petersdorf zwar grundsätzlich eine lebenslange Freiheitsstrafe für vertretbar, wegen dessen Hilfe bei der Aufklärung des Mordes könne das Strafmaß jedoch in eine 13-jährige Haftstrafe abgewandelt werden.

Das Ehepaar H. und Sven L. sind angeklagt, am 14. August 2015 den damals 29 Jahre alten Christian L. ermordet zu haben. Das Opfer hatte bei Facebook Kontakt zu der zwölfjährigen Tochter von H. aufgenommen. Die Eltern hatten in L. einen Pädophilen vermutet, der Nacktfotos des Kindes hatte. Angeblich wollten sie dem Opfer eine Abreibung verpassen. Der Vater hatte ausgesagt, den Mann ungeplant erstochen zu haben.

Die Vertreterin der Nebenklage, die die Mutter des Opfers vertritt, sprach von einer „kranken Vorstellung“ der Angeklagten, die zu der Tat geführt habe und machte deutlich, dass es für die angeblich geplante Abreibung nicht einer Bewaffnung mit langem Messer, Schlagstock und Sägedraht bedurft hätte. Für Sven L. forderte sie 15 Jahre Haft, folgte ansonsten aber den Forderungen der Anklage.

Sie bedauerte, dass viele Fragen im Verfahren offen geblieben seien. Zum Beispiel, warum die Angeklagten ausgerechnet auf Christian L. gekommen waren und warum die Eltern H. für ihre Tochter bei Facebook nicht ein Alter gewählt hätten, dass diese als Minderjährige ausweist. Die Anmeldung sei mit 13 Jahren möglich.

Für Marlene M. und Michael H., die wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung angeklagt sind, forderte der Staatsanwalt Freiheitsstrafen von einem Jahr und zehn Monaten beziehungsweise zwei Jahren, beide mit Bewährung.

Heute halten die Verteidiger ihre Plädoyers, das Urteil soll am kommenden Dienstag fallen.

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