Es ging um Stundung von Mietrückständen

Von: Achim Kaiser
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Aachen. Unter Hochdruck hat die Mordkommission der Polizei Aachen in den vergangenen zwei Wochen ermittelt, und es scheint so, als ob sie den Mordfall in Haaren sehr schnell gelöst hat.

Jedenfalls hat sie am vergangenen Karsamstag einen 44 Jahre alten Mann aus Aachen festgenommen, der „dringend tatverdächtig ist”, wie Oberstaatsanwalt Robert Deller mitteilt. Der Beschuldigte lebte in einem Haus, das dem Mordopfer gehörte.

Am 13. April war die Leiche einer 72-jährigen Frau in ihrem Haus an der Kreuzstraße gefunden worden. Zunächst sah es so aus, als ob die Seniorin die Treppe hinuntergestürzt sei. Weitere Ermittlungen sowie die Obduktion ergaben aber, dass die alleinlebende Frau einer Gewalttat zum Opfer gefallen war.

„Aufgrund der Umfeldermittlungen und der Spurensituation im Haus war für uns klar, dass nur eine bestimmte Tätergruppe für die Tat in Frage kam”, erläutert Deller.

So nahm die Polizei im Zuge der Ermittlungen zunächst das engere Umfeld genauer unter die Lupe und vernahm unter anderem sämtliche Mieter des Opfers. Laut Darstellung der Staatsanwaltschaft habe sich der Beschuldigte bei diesen ersten Vernehmungen schon in Widersprüche verwickelt.

Nach ersten Feststellungen, so Deller weiter, hatte der 44-Jährige seine Vermieterin am 12. April gegen 21 Uhr aufgesucht. Grund: Er wollte mit der 72-jährigen Hausbesitzerin über eine Stundung seiner Mietrückstände verhandeln. „Dieses Gespräch eskalierte schließlich und führte letztlich zu der Tat”, erklärt Oberstaatsanwalt Deller.

Der mutmaßliche Täter bestreitet jedoch das Kapitalverbrechen. Im Gegensatz zu den Ausführungen der Staatsanwaltschaft hat der Mann aus Aachen in einem ersten polizeilichen Verhör angegeben, dass er seine Vermieterin bereits tot aufgefunden habe. Warum er dann beispielsweise nicht sofort die Polizei alarmiert hat, ist eine von zahlreichen Fragen, die im Zuge der weitergehenden Ermittlungen geklärt werden müssen.

„Vor dem Hintergrund der widersprüchlichen Aussagen und der gesicherten Spuren ist der Tatverdächtige dann am Samstag festgenommen worden”, sagt Deller.

Und obwohl der Beschuldigte aussagt, nichts mit diesem Gewaltverbrechen zu tun zu haben, hat der zuständige Ermittlungsrichter beim Amtsgericht in Aachen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen Mordes erlassen. „Gott sei Dank haben unsere mit hohem zeitlichen und personellen Aufwand geführten Ermittlungen schnell zu einem Erfolg geführt”, stellt Deller fest, die Unruhe im Stadtteil Haaren sei nach dem Kapitalverbrechen doch schon sehr groß gewesen.
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