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Erzbistum Köln hatte die Pille danach strikt verboten

Von: red
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Köln. Der Skandal um die junge Frau, die im Dezember nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung an zwei katholischen Kliniken in Köln abgewiesen wurde, hat eine Vorgeschichte. In seiner Dienstagsausgabe berichtet der Kölner Stadtanzeiger, dass das Erzbistum Köln den katholischen Kliniken im vergangenen Februar nachhaltig den Verbot der sogenannten Pille danach eingeschärft habe.

Die Zeitung beruft sich dabei auf ein Rundschreiben der Diözesanarbeitsgemeinschaft der katholischen Kliniken vom 13. Februar 2012. In diesem soll den Ärzten eine Null-Toleranz-Grenze im Bezug auf die Pille danach auferlegt worden sein. Aus Sicht der Kirche stelle die Behandlung mit dem Medikament ein Tötungsdelikt dar.

Die Mediziner sollten sich „so gemäß der Lehre der Kirche verhalten, dass das Zeugnis der Kirche für den Schutz des ungeborenen Lebens immer deutlich wird“. Diese Richtiline schließt den Abbruch einer ungewollten Schwangerschaft aus. Der strikte Ton des Rundschreibens wirft den Verdacht auf, dass die Ärzte die Behandlung und Beratung der Frau aus Angst vor Konsequenzen abgelehnt haben könnten.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass eine junge Frau im Dezember nach einer Vergwaltigung auf der Suche nach medizinischer Hilfe sowohl am Heilig Geist-Krankenhaus als auch am St. Vinzenz-Hospital in Köln abgewiesen worden war.


Sowohl die Krankenhaus-Leitung als auch das Erzbistum Köln bezeichneten dies in der vergangenen Woche als „Missverständnis” und entschuldigten sich dafür. In beiden Krankenhäusern hätten einzelne Ärzte einen Fehler gemacht. Weiter hieß es in der vergangenen Woche, dass Vergewaltigungsopfer in katholischen Krankenhäusern genauso behandelt würden wie in anderen Kliniken auch. Die einzige Ausnahme sei, dass ihnen dort nicht die Pille danach verschrieben werden könne.


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