Ersten Arge-Projekten geht Geld aus

Von: Jutta Geese
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Aachen. Die ersten Projekte zur Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen werden in der Städteregion Aachen bereits Ende des Jahres eingestellt. „Mütter in Arbeit” wird die Standorte Alsdorf und Herzogenrath schließen. 50 Qualifizierungsplätze fallen hier weg.

Wie viele in den Maßnahmen für arbeitslose junge Leute unter 25 Jahren dem Sparpaket der Bundesregierung zum Opfer fallen werden, ist noch unklar. Die Hartz-IV-Arge in der Städteregion versucht jedenfalls, möglichst viele Angebote zu retten und ist mit den Trägern in intensiven Gesprächen. Doch die angekündigte Mittelkürzung von 16 Millionen Euro im kommenden Jahr für „Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik”, wie es im Fachjargon heißt, lässt ihr nicht sehr viel Spielraum.

Um 35 Prozent wird das sogenannte Eingliederungsbudget, aus dem auch Beschäftigungszuschüsse finanziert werden, für die Städteregion voraussichtlich reduziert, sagt Arge-Geschäftsführer Stefan Graaf. Bei der Dürener Job-Com rechnet Amtsleiterin Martina Forkel mit 22 Prozent weniger, das entspricht etwa vier Millionen Euro. Mit etwa 20 Prozent weniger rechnet auch Rita Thelen, Bereichsleiterin Markt und Integration bei der Arge im Kreis Heinsberg. Auf keinen Fall wollen die drei bei der Integration junger Arbeitsloser in den Arbeitsmarkt Abstriche machen. „Wir versuchen die Quadratur des Kreises”, sagt etwa Martina Forkel.

Die Träger jedenfalls sind besorgt. „Uns werden im kommenden Jahr 290.000 Euro fehlen”, sagt Alois Poquett, Geschäftsführer der Aachener Wabe. „Es ist höchst unsicher, ob wir alle unsere Projekte halten können.” Damit stehen - wieder - die Sozialkaufhäuser in Aachen und Stolberg oder die Fahrradstation am Aachener Hauptbahnhof vor unsicheren Zeiten. Der Verein für allgemeine und berufliche Weiterbildung (VabW) Alsdorf fürchtet laut Projektmanager Frank Numan, dass etwa die Hälfte der insgesamt rund 200 Plätze in seinen Projekten für schwer vermittelbare junge Arbeitslose auf der Kippe steht.

Dass von den Mittelkürzungen besonders auch Programme wie Job-Perspektive betroffen sind, durch die Langzeitarbeitslose in sozialversicherungspflichtige Stellen vermittelt wurden, findet Peter Brendel vom Dachverband „Pro Arbeit” besonders ärgerlich. Denn wenn die Förderung wegfalle und die Stellen gekündigt würden, fielen die Betroffenen gleich wieder in den Hartz-IV-Bezug. „Wenn passive Leistungen, also das Arbeitslosengeld II und die Kosten für Unterkunft, in aktive umgewandelt werden könnten, etwa für Job-Perspektive, wäre das nicht viel teurer”, sagt er. Dann würde Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanziert.
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