Düsseldorf - Erste Frau aus NRW muss in Sicherungsverwahrung

Erste Frau aus NRW muss in Sicherungsverwahrung

Von: dpa
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Düsseldorf. Zum ersten Mal ist in Nordrhein-Westfalen gegen eine Frau die Sicherungsverwahrung angeordnet worden.

Das Düsseldorfer Oberlandesgericht habe eine Beschwerde gegen den Vollzug der Maßnahme abgelehnt, sagte ein Gerichtssprecher. Die Entscheidung sei rechtskräftig (Az.: III-1 Ws 322/12). Das Gericht bestätigte damit Informationen der „Bild”-Zeitung.

Die 56-Jährige ist eine sadistische Mörderin. Psychiater halten die Frau für weiterhin sehr gefährlich. Die Justiz beruft sich auch auf ihr Verhalten in der Haft. Sie habe sich wenig einsichtig gezeigt. Deswegen sei ihre Zukunftsprognose negativ.

Die Frau soll nun außerhalb Nordrhein-Westfalens im Frankfurter Gefängnis untergebracht werden, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Justizministeriums. Man habe sich mit dem Land Hessen entsprechend einigen können. In der Frankfurter Justizvollzugsanstalt gebe es Platz und es säßen dort schon zwei weibliche Gefangene in Sicherungsverwahrung.

Die Frau hatte ihre 29-jährige Lebensgefährtin in einem Ferienhaus in Tunesien zu Tode gefoltert und ihre Leiche zerstückelt. Deswegen war sie 1999 in Bielefeld wegen Mordes zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Die Strafhaft ist in wenigen Tagen beendet.

Das Opfer war monatelang sadistischen Exzessen ausgesetzt. Die junge Frau wurde gefoltert, erniedrigt und sexuell misshandelt. Als „treibende Kraft” bei den Folterungen sah das Gericht die 56-jährige Verkäuferin aus Ostwestfalen. Der Richter hatte in der Urteilsbegründung „unmenschliche, kaum begreifbare Quälereien” angedeutet. Die sadistischen Neigungen der Frau sollen sich schon während der Untersuchungshaft erneut gezeigt haben, als Mitgefangene in Gefahr gerieten.

Die Verkäuferin war bereits 1994 zu einer dreieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden, weil sie eine junge Frau wie eine Sklavin gehalten und ebenfalls zu Tode gequält hatte. Damals war sie lediglich wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt worden.

Der Anwalt der Frau habe angekündigt, gegen die Entscheidung Verfassungsbeschwerde einzulegen und den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anzurufen. In Nordrhein-Westfalen befinden sich nach letztem Stand 105 Männer in der Sicherungsverwahrung - ihre Zahl ist seit Jahren rückläufig.

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