Erneuter Prozess um Betrug am Bayer-Rechenzentrum

Von: ddp-nrw
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Köln. Ein groß angelegtes Betrugsmanöver zum Nachteil der Bayer AG beschäftigt ab heute (Montag) erneut das Kölner Landgericht. Ein 64-jähriger ehemaliger Mitarbeiter eines Leasingunternehmens muss sich wegen Beihilfe zum schweren Betrug und Steuerhinterziehung vor der 6. Großen Strafkammer verantworten.

Laut Anklageschrift hat der damalige Leiter des Rechenzentrums des Bayer-Konzerns unter Umgehung der Einkaufsabteilung Verhandlungen mit Computerlieferanten geführt. Diese Lieferanten seien zur Abgabe überteuerter Angebote an Bayer und zu erheblich günstigeren Angeboten an Firmen eines Mittäters veranlasst worden, heißt es in der Anklageschrift. Von diesen Firmen habe Bayer dann aufgrund des günstigeren Preises seine Computer bezogen.

Die so erwirtschafteten Gewinne sollen mittels fingierter Rechnungen aus den Firmen des Mittäters herausgezogen worden sein. Der Erlös soll zwischen dem Leiter des Rechenzentrums und dem Mittäter sowie dem jetzt Angeklagten aufgeteilt worden sein.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte den Ausstellern der Scheinrechnungen die notwendigen Rechnungsdaten vorgegeben, auch soll er die Gewinne aufgeteilt haben. Dabei soll der Bayer-AG ein Schaden von rund drei Millionen Euro entstanden sein, von dem der Angeklagte etwa 900.000 Euro erhielt.

Außerdem soll der Angeklagte rund 1,47 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. Der ehemalige Leiter des Rechenzentrums und sein Komplize sind bereits vom Landgericht Köln rechtskräftig zu Freiheitsstrafen verurteilt worden.

Das Gericht hat 13 Verhandlungstage vorgesehen, mit einem Urteil wird für den 6. August gerechnet.
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