Erneut zwei Sexualtäter rückfällig

Von: Stephan Mohne und Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
Wird gefährlichen Straftäter
Nach einer bundesweiten Razzia gegen Kinderschänder sitzen mehrere Verdächtige in Untersuchungshaft. Symbol-Bild: dapd

Aachen. Der eine hat bereits sieben Jahre im Gefängnis gesessen, weil er Kinder schwer sexuell missbraucht hat. Jetzt soll er wieder zugeschlagen und einen Neunjährigen in Aachen missbraucht haben – und das sieben Mal über ein Dreivierteljahr hinweg. Der andere hat auch wegen Sexualdelikten eine langjährige Haftstrafe verbüßt – jetzt soll er Ende Januar in Düren eine Frau in ihrer Wohnung vergewaltigt haben.

Beide Männer stehen unter dringendem Tatverdacht und befinden sich seit Fettdonnerstag in Untersuchungshaft, beide standen zum Zeitpunkt ihrer Taten aber auch unter besonderer Beobachtung der Behörden: Denn sowohl der 41-jährige Aachener als auch der 32-jährige Dürener stehen auf der „Kurs“-Liste in NRW. Hinter dem Kürzel verbirgt sich die „Konzeption im Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern“. Das Projekt sieht eine Führungsaufsicht nach dem Verbüßen der Haftstrafen vor, um die bei Sexualstraftätern hohe Rückfallgefahr zu minimieren. Die Aachener Region erlebt indes aktuell offenbar eine dramatische Häufung solcher Rückfälle.

Erst vor einer Woche hatte die AZ zwei Fälle öffentlich gemacht, die sich am 9. und 19. Januar ereignet hatten: In Stolberg soll ein vorbestrafter 44-jähriger Täter eine Frau in einem leerstehenden Ladenlokal vergewaltigt haben, in Eschweiler ein 30-Jähriger die dreijährige Tochter seiner Freundin missbraucht haben. Letzterer hatte zuvor mehr als vier Jahre in Haft gesessen, weil er in einem Pflegeheim zwei Wachkomapatientinnen im Alter von 40 und 83 Jahren missbraucht hatte.

Diese beiden Fälle sollen laut Aachener Staatsanwaltschaft in der Region die beiden ersten Rückfälle im Rahmen des seit drei Jahren laufenden „Kurs“-Projektes gewesen sein, das immerhin aktuell 100 Sexualstraftäter beobachtet. Nun zählt man mit den neuen Taten gleich vier (Rück-)Fälle binnen vier Wochen.

In dem neuen Fall des 41-jährigen Aacheners sind die Ermittlungen laut Staatsanwaltschaft dank der „Kurs“-Aufsicht eingeleitet worden. „Im Rahmen der Beobachtungen ist aufgefallen, dass der Mann wieder Kontakt zu Kindern aufgenommen hatte“, erklärte Jost Schützeberg, Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft, am Freitag. Allerdings war es da offenbar schon viel zu spät. Denn dem Mann wird nun vorgeworfen, einen neunjährigen Jungen vier Mal schwer sexuell missbraucht zu haben.

Drei Mal soll es beim Versuch geblieben sein. Die Taten sollen Mitte 2012 begonnen haben. Damals habe der Mann Kontakt zur Familie des Jungen geknüpft und soll das ihm entgegengebrachte Vertrauen missbraucht haben. Zur Vorstrafe des Mannes konnte die Staatsanwaltschaft am Freitag keine Angaben machen. Nach AZ-Informationen wurde er 2005 wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu sieben Jahren Haft verurteilt und Ende 2011 aus der Aachener JVA entlassen.

Auch zur Vorgeschichte des 32-jährigen Düreners, der sich unter einem Vorwand Zugang zur Wohnung seines mutmaßlichen Opfers verschafft haben soll, gab es am Freitag keine offiziellen Informationen. Dass er wegen schwerer Sexualstraftaten hinter Gittern gesessen hat, ist aber klar – sonst stünde er nicht auf der „Kurs“-Liste.

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