Mönchengladbach - Erneut Großrazzia gegen Rockerszene in NRW

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Erneut Großrazzia gegen Rockerszene in NRW

Von: dpa
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Hells Angels
Bei einer Großrazzia im Umkreis von Köln hat die Polizei am Dienstag einen Drogenring zerschlagen und vier mutmaßliche Dealer verhaftet. Foto: dpa

Mönchengladbach. Mit einer Großrazzia hat die Polizei Jagd auf Beteiligte einer Massenschlägerei zwischen den Rockerclubs Bandidos und Hells Angels gemacht. 500 Spezialkräfte und Ermittler durchsuchten Clubräume der Hells Angels in Krefeld und Willich und Privatwohnungen führender Köpfe in Düsseldorf, Köln, Krefeld und Solingen.

Die Beamten hätten Personalien festgestellt und Datenträger gesichert, Festnahmen habe es keine gegeben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Bei der Massenschlägerei in Mönchengladbach waren im Januar viele Beteiligte verletzt worden, drei von ihnen lebensgefährlich.

Die Mordkommission „Kutte” ermittelt wegen schweren Landfriedensbruchs und dreifachen versuchten Mordes. Bei der Razzia suchte die Polizei handfeste Hinweise, um Tatbeteiligte der Massenschlägerei zu identifizieren. „Es sind Tatverdächtige ermittelt worden, aber da die weder auf der Täterseite noch auf der Opferseite mit der Polizei kooperieren - das heißt mit der Polizei sprechen - müssen wir das auf anderem Weg nachweisen”, sagte Polizeisprecher Willy Thevissen. In keinen Fall habe es bisher für einen Haftbefehl gereicht, auch nicht im Fall eines 37-jährigen Bordellbetreibers aus Leverkusen, der wegen versuchten Mordes verdächtigt worden sei.

In rund vier Stunden durchsuchten die Ermittler am Dienstag bis in die Nacht hinein 15 Häuser in Nordrhein-Westfalen. Sie gingen in Krefeld und Willich mit großer Vorsicht vor. „Da hat es ja schon Vorfälle gegeben, dass durch die Tür geschossen wurde”, sagte Thevissen. Spezialkräfte sicherten die Polizeibeamten bei der Überprüfung des Sex-Clubs in Willich und des Club-Hauses in Krefeld. Waffen wurden aber nicht gefunden.

Die Polizei nahm Datenträger wie Sticks, Computer oder Handys mit, die als Beweismittel von Bedeutung sein könnten. Daneben sind die Bilder von der Schlägerei in der Mönchengladbacher Altstadt aus einer Videoüberwachung von Bedeutung. Damals waren rund 100 Rocker mit Ketten, Baseballschlägern und Messern aufeinander losgegangen. Drei Mitglieder der Hells Angels waren durch Stiche lebensgefährlich verletzt worden.

Die Großrazzia ist bereits die vierte in diesem Zusammenhang. Ziel waren auch die Bandidos. „Wir halten die jetzt permanent unter Druck”, sagte Thevissen. Bei den Einsätzen waren Hieb- und Stichwaffen als mögliche Beweismittel sichergestellt worden. Die Auswertung sei noch nicht abgeschlossen.

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