Erklärung des SS-Manns Boere lässt auf sich warten

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SS-Prozess / Heinrich Boere
Der mutmaßliche Kriegsverbrecher Heinrich Boere (Mitte, hinten) vor Gericht. Foto: Markus Schuldt

Aachen. Im Aachener Kriegsverbrecher-Prozess hat sich der frühere SS-Mann Heinrich Boere am Freitag nicht wie angekündigt zu sieben weiteren Mordfällen geäußert.

Als Grund nannte die Verteidigung, dass nicht alle angeforderten Unterlagen rechtzeitig vorgelegen hätten. Der 88-jährige Boere will jetzt kommenden Dienstag aussagen. Er ist bisher wegen dreifachen Mordes angeklagt. Es geht um Kriegsverbrechen der Deutschen in den besetzten Niederlanden von 1940 bis 1945.

Zuletzt hatte die Nebenklage Strafanzeige gestellt, weil Boere sich 1944 als Spion in den niederländischen Widerstand eingeschlichen haben soll. Er soll Zufluchtsorte von untergetauchten Personen verraten und ihre Fluchthelfer ans Messer geliefert haben. Sieben von ihnen sollen die Zeit in Gefängnissen und Konzentrationslagern nicht überlebt haben oder hinterher an den Folgen gestorben sein.

Am Rande der Verhandlung vor dem Landgericht Aachen sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Maaß, Boeres mögliche Spionagetätigkeit sei für den Verlauf des Prozesses nicht relevant. Sie gebe allenfalls Aufschluss über den Charakter des Angeklagten. Die Anklagebehörde werde auch nicht die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld fordern. Boere wird zur Last gelegt, im Sommer 1944 als Angehöriger eines Sonderkommandos der Germanischen SS in den Niederlanden drei Männer erschossen zu haben. Boere hat diese Taten gestanden, beruft sich jedoch darauf, dass er nur Befehle ausgeführt habe.
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