Erfolge gegen den Brustkrebs in der Region

Von: Madeleine Gullert
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Das ist ein Mammograf: Ein Früherkennungsprogramm für Brustkrebs hat dazu geführt, dass in der Region Aachen, Düren, Heinsberg die Zahl der Brustamputationen zuletzt gesunken sind. Foto: stock/Peter Widmann

Aachen. Die Fakten sprechen doch für sich, sagt Angela Spelsberg vom Tumorzentrum Aachen. Seit 2008 läuft in der Städteregion Aachen und in den Kreisen Düren und Heinsberg ein sogenanntes Mammografie-Screening-Programm. Die Mammografie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust, die der Krebsfrüherkennung bei Frauen ohne Symptomen dient.

Mehr als 80 Prozent der in dem Screening erkannten Brustkrebsdiagnosen befinden sich im Frühstadium. Der Tumor ist also kleiner als zwei Zentimeter. Das ist einer der Fakten, die Spelsberg als Erfolg bezeichnet. Denn je früher der Tumor erkannt wird, desto besser lässt sich der Krebs behandeln.

Dass Krebs früh erkannt wird, ist das Ziel des Programms. In den vergangenen sieben Jahren sind Brustamputationen und der Einsatz von Chemotherapie bei Brustkrebs in der Region zurückgegangen.

Alle zwei Jahre zur Untersuchung

Wie das Screening-Programm funktioniert? Alle Frauen aus der Region werden von der Zentralen Stelle in Düsseldorf über die Möglichkeit zur Mammografie informiert und eingeladen. Aus Datenschutzgründen erhalten die Frauen einen Brief mit einem Barcode, die Ärzte kennen auch nicht den Namen der Patienten, sondern haben nur eine Nummer. Eingeladen werden Frauen zwischen 50 und 70 Jahren. In unserer Region sind das 120.000 Frauen.

Da die Frauen alle zwei Jahre kommen sollen, werden pro Jahr knapp 60.000 Frauen eingeladen. Im Schnitt nehmen 36.500 Frauen das Angebot an. „Meist eher im ländlichen Raum“, sagt Berthold Wein, verantwortlicher Arzt für das Mammografie-Screening in der Region, anlässlich des morgigen Weltkrebstages. In der Stadt hätten Frauen mehr Möglichkeiten zu Fachärzten wie Gynäkologen zu gehen. Außerdem kommen mehr Migrantinnen.

Beim Screening-Programm finden die Untersuchungen in Zentren statt, die auf die Mammografie spezialisiert sind und eine spezielle Zulassung dafür haben. In der Region sind das sechs Krankenhäuser in Eschweiler, Düren, Erkelenz und Aachen.

Die Qualität der Mammografie soll dort sehr hoch sein, das Personal ist speziell geschult. Ständig werden die Bild- und die Gerätequalität untersucht. Außerdem werden spezielle Geräte genutzt: Sie benötigen eine besonders niedrige Röntgendosis.

Denn das ist ein häufiger Kritikpunkt: Natürlich sind Röntgenstrahlen gefährlich, sagt Wein. Doch Tumore in der Brust würden anders nur sehr schwer oder spät erkannt. Wenn eine Frau bereits einen Knoten ertastet, ist der Krebs in einem fortgeschrittenen Stadium.

„Der Nutzen der Mammografie ist größer als der Schaden“, ist sich Spelsberg sicher. Umso wichtiger sei es, dass die Frauen alle zwei Jahre zur Untersuchung kämen. Die Region sei auf einem guten Weg. Ziel ist aber, dass irgendwann nicht nur knapp 55 Prozent der Frauen die Möglichkeit zur Untersuchung annehmen, sondern 70. Doch noch immer scheuten viele Frauen die Untersuchung, weil sie Angst hätten.

„Den Krebs können wir nicht verhindern, aber wir können ihn früh erkennen, und wir fangen die Frauen auf, wenn es einen negativen Bescheid gibt“, sagt Wein. In den Niederlanden oder Schweden gebe es eine ganz andere Tradition, was das Screening angehe. Dort sei das für die Frauen normal. Das wünsche er sich auch für Deutschland. „Die Emotionalität muss aus dem Thema raus.“

Die Zahlen in den Niederlanden sind in der Tat positiv: Laut einer Nationalen Evaluation rettet das Screening, das bei unseren Nachbarn schon seit 1990 durchgeführt wird, jährlich 775 Frauen das Leben.

Auch in der Region sind die Zahlen gut. Mehr als 35 Prozent aller gefunden Tumore sind nur bis zu zehn Millimeter groß. Frauen mit Tumoren bis zu 15 Millimetern haben laut Experten eine Lebenserwartung wie Frauen, die keinen Brustkrebs hatten. Das lässt eine weniger aggressive Therapie zu.

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