Düsseldorf - Entsteht im Braunkohlerevier die „modernste Stadt Europas“?

Entsteht im Braunkohlerevier die „modernste Stadt Europas“?

Von: Detlev Hüwel
Letzte Aktualisierung:
Braunkohle Tagebau
Wo sich heutzutage noch ein Tagebau befindet, könnten langfristig moderne Städte entstehen. Foto: dpa

Düsseldorf. Die SPD macht sich für eine völlig neue Stadt in Nordrhein-Westfalen stark. Sie soll im rheinischen Braunkohlerevier entstehen, wenn die Kohleförderung beendet ist. „Wir wollen die modernste Stadt Europas bauen“, heißt es im Thesenpapier „NRW2030“, das der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Norbert Römer, vorgestellt hat.

„Mit Hilfe modernster Technologien“, so die SPD weiter, „und mit dem Erfahrungsschatz der Stadtplaner schaffen wir sozialen Zusammenhalt, ökologische Nachhaltigkeit und wirtschaftlichen Erfolg an einem Ort“. Die freigeräumten Tagebaulandschafen seien nur 30 bis 45 S-Bahn-Minuten von Kölner und Düsseldorfer Hauptbahnhof entfernt. Dieses Projekt sei nicht nur ein Beitrag zum Strukturwandel im rheinischen Braunkohlerevier, sondern die Region werde damit zur „Referenzadresse nachhaltiger Stadtplanung und -entwicklung mit globaler Ausstrahlungskraft“.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sagte, der Vorstoß für eine „Zukunftsstadt“ werde gewiss für kontroverse Debatten sorgen. Dies sei aber eine Idee, über die es sich zu diskutieren lohne. „Ich glaube, dass wir Visionen brauchen.“ Skeptisch äußerte sich die Architektenkammer NRW. „Man kann nicht einfach sagen, wir entwerfen eine neue Stadt auf dem Reißbrett. So funktioniert das bei uns nicht“, sagte Hauptgeschäftsführer Markus Lehrmann.

Man könne Heimat nicht planen. Lehrmann, der selbst Städteplaner ist, sprach von einem „interessanten Gedankenspiel“, mit dem sich die Fachleute immer wieder beschäftigten. Es handle sich in diesem Fall aber lediglich um eine Vision. „Ob sie den Praxistest bestehen würde, wage ich sehr zu bezweifeln.“

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