Aachen - Entschlossener Entscheider mit Werten

Entschlossener Entscheider mit Werten

Von: Andreas Müller
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Sparsam, bodenständig, entschlossen: Der langjährige Geschäftsführer des Zeitungsverlages Rudolf Hofelich ist tot. Das Foto entstand im Jahr 2003. Foto: Archiv/Wolfgang Plitzner

Aachen. Fast 30 Jahre hat er die Geschicke des Medienhauses Aachen gesteuert – und die Unternehmensgruppe auf Erfolgskurs gehalten. Als er im Sommer 2008 in den Ruhestand wechselte, übergab Rudolf Hofelich seinen Nachfolgern einen breit und auf einem soliden Fundament aufgestellten Verlag. In der Nacht zum Montag ist der ehemalige Geschäftsführer der Zeitungsverlag Aachen GmbH (ZVA) und Aachener Verlagsgesellschaft mbH (AVG) nach schwerer Krankheit verstorben.

Nach seinen Tätigkeiten im Bundesverband Druck und im Verlag Nürnberger Presse führte sein beruflicher Werdegang Rudolf Hofelich Ende 1979 nach Aachen, wo er an der Seite des damaligen Verlegers Karlheinz Schmitz in die Unternehmensleitung einstieg und sich dessen sowie das Vertrauen der Gesellschafter in den Folgejahren erarbeitete. Folgerichtig wurde er 1984 zum weiteren Geschäftsführer berufen und trat nach dem Ausscheiden des Verlegers aus der Geschäftsführung später auch dessen Nachfolge als Vorsitzender der damaligen Geschäftsführung an.

In seine Ägide fielen wegweisende Entscheidungen wie der Bau einer neuen Druckerei (Ende der 80er Jahre), die Weiterentwicklung der Anzeigenblätter oder die Einführung der damals noch sehr jungen Computertechnologie in die Prozesse des Zeitungshauses.

Fachkompetenz, Zielstrebigkeit, Gradlinigkeit und Durchsetzungsvermögen zeichneten Rudolf Hofelich ebenso aus wie sein ausgeprägter Familiensinn und seine Hilfsbereitschaft. Wann immer ein Mitarbeiter in Not geriet, konnte er sich der schnellen und unkonventionellen Hilfe Hofelichs sicher sein.

Er führte das Medienunternehmen mit Entschlossenheit und klarer Kante. Wer als Mitarbeiter zur Diskussion mit dem ausgebildeten Drucker und Druckingenieur kam, der sollte gut vorbereitet sein – denn Rudolf Hofelich war ebenfalls immer gut vorbereitet.

Der rheinische Frohsinn oder schwammige Absprachen waren nicht seine Sache. Rudolf Hofelich liebte die Verbindlichkeit und lebte als gebürtiger Schwabe Sparsamkeit und Bodenständigkeit vor. Zu seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen lehnte er deshalb auch offizielle Feierlichkeiten oder Reden ab – und bat stattdessen um eine Spende für das Dach seiner Heimatkirche.

Sein Wertesystem war geprägt von seinem christlichen Glauben, für den er sich auf verschiedensten Ebenen auch im Ehrenamt engagierte. Ob in seiner Pfarre in Aachen-Kornelimünster oder in den Gremien der Katholischen Nachrichten-Agentur: Wo Rudolf Hofelich sich einbrachte, da brachte er sich als Profi ein, der nichts dem Zufall überließ. Das erkannte selbst Papst Benedikt XVI. und verlieh Rudolf Hofelich 2008 für dessen Verdienste um die katholische Kirche den Gregoriusorden.

So geachtet seine Fähigkeiten zum Lösen betriebswirtschaftlicher oder auch juristischer Probleme war, so berüchtigt war auch sein Humor. Als er erfuhr, dass der päpstliche Gregoriusorden es ihm gestattete, mit dem Pferd in den Petersdom zu reiten, flog er nach Rom – und hatte ein hölzernes Steckenpferd im Handgepäck.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Medienhauses Aachen trauern mit seiner Witwe, seinen drei Kindern und deren Familien um einen einzigartigen Mann, dem sie viel zu verdanken haben.

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