Entschieden: Stadt stellt sich hinter die Alemannia

Von: Christoph Pauli
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Rettung Alem
Der Stadtrat hat sich für die Rettung der Alemannia entschieden - mit 43:24 Stimmen wurde entschieden, die Umfinanzierung des Vereins zu unterstützen. Foto: Steindl

Aachen. Die Emotionen fielen spärlich aus, zu groß war die Anspannung, zu aufreibend waren die letzten Monate. Am Ende waren Alemannias Bosse nur „erleichtert”, wie Geschäftsführer Frithjof Kraemer und der Vorsitzende des Aufsichtsrats Meino Heyen wortgleich beschrieben.

Nach spannenden 210 Minuten hatte sich vorher der Aachener Stadtrat am Mittwochabend mit 43 zu 24 Stimmen dafür entschieden, die Umfinanzierung der Alemannia zu unterstützen. Jetzt kann der Verein seine jährlichen Verbindlichkeiten von derzeit 4,3 auf 2,0 Millionen Euro reduzieren.

Hätten die Parlamentierer sich am Mittwoch anders entschieden, hätte Alemannia der schnelle Kollaps, sprich die Insolvenz gedroht. Dieses Szenario hätte für die Stadt sofort einen Verlust von 5 Millionen Euro bedeutet. Neben diesem Einmaleffekt würden in den Folgejahren jährlich etwa 700.000 Euro fehlen, die Alemannia an städtische Gesellschaften abführt. Die Räte mussten abwägen, gaben dem Verein seine wohl letzte Chance. Der Stadtrat entschied sich dafür, dass Stadt und Kreditgeber AachenMünchener dem Verein jeweils ein niedrig verzinstes Darlehen von 18,85 Millionen Euro gewähren. Dazu bringt der Zweitligist einen Sponsor für acht Millionen Euro herbei und sichert somit auch die im nächsten Jahr fällige Fananleihe ab.

Oberbürgermeister Marcel Philipp hatte sich in der Sitzung deutlich für die Rettung des Vereins ausgesprochen. Und doch kann auch er nicht ausschließen, dass sich die Beteiligung der Stadt irgendwann einmal auf den Haushalt niederschlägt. Das Projekt ist vom sportlichen Erfolg abhängig, und der lässt sich schwer kalkulieren. Der Etat von Manager Erik Meijer (sieben Millionen Euro) wird sich ohnehin nicht erhöhen. Die Stadt will eng mit dem Aufsichtsrat zusammenarbeiten, um ihrer Kontrollfunktion nachzukommen.

Fast ein halbes Jahr lang haben alle Beteiligten an der Lösung gearbeitet. Das Vertrauen in die Transparenz des Klubs habe in den letzten Jahren deutlich gelitten, betonte Philipp. Nun hätten insbesondere Meino Heyen und Präsident Alfred Nachtsheim größere Verdienste, dass die Gespräche zu einem guten Ende geführt hätten.

Der Name von Geschäftsführer Frithjof Kraemer fiel nicht in diesem Zusammenhang. „Wir haben fast nur mit Meino Heyen verhandelt und haben uns dabei sehr wohl gefühlt”, sagt das Stadtoberhaupt. Heyen wiederum bedankte sich bei Philipp und dessen Kämmerin Annekathrin Grehling für die intensive Arbeit der letzten Monate. „Und auch die Verdienste von Frithjof Kraemer kann man nicht hoch genug anrechnen.” Für Kraemer war das am Mittwochabend „die Stunde Null”.

Der Verein ist das selbstangelegte Korsett endlich los, freut sich auf einen Neuanfang. Für Alemannia hat die Zustimmung des Stadtrats noch einen weiteren großen Vorteil. Hauptsponsor AachenMünchner verlängerte sein Engagement gleich um drei Jahre. Voraussetzung: Der Klub bleibt in Liga 2.
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