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Energeticon: „Vor allem Spaß machen soll‘s!“

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Arbeitet eng mit Schulen zusammen: Museumspädagogin Dorothee Schmitt im Panoramaraum. Derzeit bereitet sie Ferienspiele vor. Foto: Verena Müller

Alsdorf. Das Energiemuseum Energeticon in Alsdorf spricht alle Altersklassen an: Von den Jüngsten, die die Zechenzeit nicht mehr miterlebt haben, bis hin zu den Älteren, die möglicherweise selbst noch „eingefahren“ sind, aber auch Menschen, die gar nicht aus der Braun- und Steinkohleregion stammen und für die dieses Thema recht neu ist.

Mit dem Blick nach vorn, dem Thema Energiewende am Ende der Ausstellung, werden alle ins Boot geholt. Eine, die sich mit der Vermittlung der Ausstellungsinhalte befasst, ist Dorothée Schmitt, Museumspädagogin. Mit ihr sprach Verena Müller über aktuelle Angebote und Zukunftspläne.

Frau Schmitt. In der Ausstellung ist jedes Exponat sehr gut erklärt, es gibt einführende und begleitende Texte und interaktive Stationen. Der Besucher kommt also eigentlich alleine zurecht. Wozu braucht man da noch eine Museumspädagogin?

Schmitt: Sie haben Recht. Es gibt auf den 700 Metern Ausstellung unglaublich viel mitzunehmen. Und man kann das durchaus so machen: vielleicht mehrmals zu kommen und sich von Anfang bis Ende lesend durcharbeiten. Man muss an der Stelle aber kurz festhalten, dass dies der Museumspädagogik, die von Anfang an eng in die Planungen eingebunden war, zu großen Teilen mit zu verdanken ist.

In Ordnung. Welche Aufgabe hat die, nennen wir sie einmal, nachbereitende Museumspädagogik?

Schmitt: Museumspädagogik hat im Allgemeinen die Aufgabe, die Inhalte und Botschaften, die das Museum beheimatet, an den Mann oder die Frau zu bringen. Meine Aufgabe besteht darin, bestimmte Aspekte aus der Ausstellung je nach Interesse der Gäste herauszugreifen und ausführlicher zu beleuchten oder sie weiterzudenken und daraus Angebote für die verschiedenen Zielgruppen zu entwickeln. Wenn man beispielsweise nicht, wie oben beschrieben, die Zeit oder Muße hat, sich unsere Ausstellung in Gänze selbst zu erschließen, kann man an einer Führung teilnehmen. Hier werden einem die Inhalte komprimiert vermittelt und man erfährt „die ganze Geschichte“ in einem Zeitraum von anderthalb oder zwei Stunden.

Welche Angebote gibt es da derzeit?

Schmitt: Zum Beispiel eine Führung, die die Gesamtgeschichte vom fossilen Zeitalter bis hin zur Energiewende beleuchtet. Es gibt Führungen von ehemaligen Steigern, die natürlich den Schwerpunkt Bergbau haben, und Führungen speziell zum Thema erneuerbare Energien. Als nächstes planen wir Führungen von Schülern für Schüler oder für andere Kinder. Alle Themenführungen werden didaktisch immer an die jeweilige Altersklasse – von Kindergartenkindern bis hin zu Senioren – angepasst. Und zusätzlich zu den Führungen bieten wir pädagogische Zusatzprogramme an.

Zum Beispiel?

Schmitt: Zum Beispiel können Schüler in unseren Energiewerkstätten Windradmodelle oder ein Pumpspeicherkraftwerk konstruieren. Bei kleinen Experimenten zu den erneuerbaren Energien geht es dann gezielt ums Forschen und Beobachten. Schulklassen können mit uns einen Ausflug zur Bergehalde machen und von oben die gesamte Bandbreite der Energielandschaft überblicken: bei guter Sicht vom Braunkohlekraftwerk in Weisweiler über die Steinkohlehalden hier vor unserer Haustür bis hin zu den Windrädern. Und vielleicht lässt sich mit einem Fernglas sogar die eine oder andere Solaranlage auf Hausdächern ausmachen. Ein anderes Angebot ist die Spurensuche Bergbau, bei der im Stadtbild nach den Überbleibseln der Zechenzeit Ausschau gehalten wird. Ich denke da beispielsweise an den Hauerweg oder den Steigerweg... Und am Ende klettern wir gemeinsam auf das Fördergerüst, das normalerweise nicht zugängig ist. Toll ist auch unser Energieforum. Schüler werden zu Experten einer Talkrunde und argumentieren für oder gegen die Energiewende beziehungsweise für oder gegen fossile Energieträger. Dazu erhalten sie Rollenkärtchen, einen Teil müssen sie sich natürlich in der Ausstellung selbst erarbeiten. All diesen Angeboten geht ein Gang durch das Museum voran. Außerdem erhalten Schulen von uns Unterrichtsmaterialien zur Vor- und Nachbereitung.

Ich habe auf der Homepage gesehen, dass inzwischen 18 Schulen aus der Städteregion Aachen eine Kooperation mit dem Energeticon eingegangen sind. Was beinhaltet diese Kooperation konkret?

Schmitt: Die Kooperationsschulen können regelmäßig mit Klassen kommen, deren Unterrichtsinhalte zu unseren Angeboten passen und unsere pädagogischen Programme buchen – was natürlich jede Schule, auch ohne Kooperation, tun kann. Mit den Partnerschulen wollen wir aber auch gemeinsam ganz individuelle Projekte gestalten, die das Energeticon weiterentwickeln und lebendig halten.

Geht man als Schule irgendeine Verpflichtung ein bei der Partnerschaft?

Schmitt: Nein. Die ist kostenfrei und unverbindlich. Die Schulen erhalten nebenbei bemerkt nicht nur Vergünstigungen, sie können mit der Partnerschaft auch ihr eigenes Schulprofil schärfen. In der Schullandschaft sind gerade die sogenannten MINT-Fächer sehr angesagt, da passen wir mit unserem Konzept wunderbar rein.

Welche Programmpunkte sind noch speziell auf Kinder und Jugendliche zugeschnitten, über das Schulische hinaus?

Schmitt: Bei uns kann man Kindergeburtstage feiern, und für die Osterferien bereiten wir in Kooperation mit der Stadt Alsdorf gerade Ferienspiele vor unter dem Motto „Ferien voller Energie!“. Eine Woche sollen die dauern. Zusammen entdecken wir dann das Energeticon, spielen, experimentieren und machen einen Ausflug auf die Bergehalde. Vor allem Spaß machen soll‘s!

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