Aachen - Endspurt zur Europawahl: Rüttgers und Özdemir in Aachen

Endspurt zur Europawahl: Rüttgers und Özdemir in Aachen

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:
Cem Özdemir
Wahlkampf-Endspurt in Aachen: NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und der EU-Spitzenkandidat der Grünen, Cem Özdemir. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Manchmal ist das Wort Wahlkampf eine glatte Übertreibung. Bei CDU und Grünen zum Beispiel, finden sich nicht nur programmatische Schnittmengen. Die beiden Parteien scheinen sich sogar solidarisch das Vokabular zu teilen. Zumindest wenn es um die Linken geht.

Im Endspurt zur Europawahl war NRW-Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers als Unterstützung für die örtlichen Christdemokraten angereist. Er sprach in der Großkölnstraße. Zum Thema Linkspartei sagte er: „Die haben schon einmal einen deutschen Staat ruiniert. Das darf nicht noch mal vorkommen.”

Wenig später betrat Cem Özdemir eine Bühne am Holzgraben. Der Bundesvorsitzende der Grünen war angereist, um die Aachener Parteifreunde zu unterstützen. Zum Thema Linkspartei sagte Özdemir: „Das gab es schon einmal in Deutschland, aber es hat nicht funktioniert.”

Natürlich: Eigentlich ist der Wahlkampf dazu da, der eigenen Partei Profil zu geben, sie vom politischen Gegner abzugrenzen. Und abgesehen von ihrer gemeinsamen Haltung zu den Linken, gaben sich Rüttgers und Özdemir dabei viel Mühe.

Rüttgers war zuerst angereist. Am Vormittag betrat er die Großkölnstraße und schüttelte viele Hände. Die von sichtlich erfreuten Bürgern, genau wie der CDU-Kandidaten für die kommenden Wahlen. Sabine Verheyen, Aachener Kandidatin für die Europawahl, nahm er sogar in den Arm. Das nennt sich wohl politischer Schulterschluss. Da die CDU-Strategen wissen, dass das Thema Europa bei vielen Bürgern nicht gerade grenzenloses Interesse hervorruft, hatten sie in der Großkölnstraße Wurstbude und Bierstand aufgebaut.

Dazu gab es jede Menge Luftballons und leichten live Jazz von der „Pils Picker Jazzband.” Rüttgers verdeutlichte seinen Zuhörern, wie wichtig es sei, zur Europawahl zu gehen. Das größte Land, die größte Industrienation des Kontinents, müsse in Brüssel nämlich zahlreich vertreten sein. Und am besten wird Deutschland - laut Rüttgers - natürlich von der CDU vertreten. Rüttgers keilte auch kräftig gegen Linke, SPD und Manager. Angesichts der derzeitigen Krise müssten jetzt endlich Regeln her für den Finanzmarkt, der Ministerpräsident beschwor die „Tugenden des ehrlichen Kaufmanns”. Rüttgers: „Es kann nicht sein, dass es Manager gibt, die Boni bekommen, wenn sie ein Unternehmen gegen die Wand fahren. Die müssen haften und zwar mit ihrem Privatvermögen.” Dafür gab es von den Zuhörern reichlich Applaus, die Polizei schätze ihre Zahl auf knapp 200.

Ein paar weniger waren es am Holzgraben. Was auch damit zusammenhing, dass sich die Grünen mit dem Klimawandel auseinanderzusetzen hatten. In seiner harmlosesten Form allerdings. Als Cem Özdemir die Bühne betrat, fing es an zu regnen. Außerdem gab es bei den Grünen weder Wurst noch Bier und die Musik kam vom Band. Deutscher Rock mit tiefsinnigen Texten übrigens.

Özedmir forderte angesichts von wachsenden Milch- und Butterbergen eine andere Landwirtschaftpolitik in der EU. Und die Grünen hätten als einzige einen „klaren Kompass” Richtung Klimaschutz. Denn Kanzlerin Angela Merkel und Umweltminister Sigmar Gabriel würden sich darauf beschränken, „jeden Gletscher einzeln zu besuchen und jeden Eisbären zu umarmen”, sagte der Politiker mit dem schwäbischen Akzent. Daneben möchte Özdemir nicht, dass die EU-Ratspräsidentschaft jedes halbe Jahr wechselt, einen weiteren Schwerpunkt grüner Politik setzte er bei der frühkindlichen Bildung und den Ganztagsschulen.
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