Endgültig: Kein drittes Gleis zwischen Aachen und Düren

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
Symbol Gleis Schiene Schienen Bahn Zug Lok Lokomotive Foto: Stefan Sauer/dpa
Zwischen Aachen-Düren wird es kein drittes Gleis geben.

Aachen. Einen dreispurigen Ausbau der Bahnstrecke Aachen-Düren wird es in absehbarer Zeit nicht geben. Was sich seit längerem abzeichnete, ist nun Gewissheit. Entsprechende Recherchen unserer Zeitung bestätigte am Dienstag der Geschäftsführer von Nahverkehr Rheinland (NVR) und Aachener Verkehrsverbund (AVV), Heiko Sedlaczek.

Sedlaczek erklärte, Untersuchungen der Netzagentur der Deutschen Bahn hätten ergeben, dass Kosten und Nutzen für den dreispurigen Ausbau in keinem Verhältnis stünden. Informationen unserer Zeitung zufolge soll die Netzagentur Ausbaukosten in Höhe von mindestens 500 Millionen Euro errechnet haben. Andere Schätzungen gehen gar von bis zu einer Milliarde Euro aus. Sedlaczek wollte beide Zahlen am Dienstag nicht kommentieren.

Das Untersuchungsergebnis der Netzagentur ist das Ende eines Projektes, nach dem Kommunalpolitiker und Wirtschaftslobbyisten aus der Region seit Jahren gerufen hatten. Und als Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) im März den Entwurf zum Bundesverkehrswegeplan vorstellte, aus dem sich eine Absage ans dritte Gleis schon recht deutlich herauslesen ließ, gab sich der Hauptgeschäftsführer der Aachener Industrie- und Handelskammer noch kämpferisch: „Das ist ein klares Signal, dass wir uns als Region auf die Hinterbeine stellen müssen, um für unsere Zukunft gemeinsam etwas zu erreichen“, sagte Michael Bayer damals.

Doch alle gemeinsamen Bemühungen von Bundestagsabgeordneten aus der Region und Kommunalpolitikern haben am Ende nichts genutzt, der durchgehende Ausbau wäre einfach zu teuer. NVR-Geschäftsführer Sedlaczek hob am Dienstag hervor, dass dennoch an der Kapazitätserweiterung der Strecke Aachen-Düren gearbeitet werde.

Ein Zehntel der Kosten

Überholgleise sind zwischen dem Bahnhof Aachen-Rote Erde und dem Eilendorfer Tunnel vorgesehen, ebenso am Bahnhof Eschweiler. Und für den Aachener Hauptbahnhof hätte Sedlaczek gern ein gesondertes Gleis, auf dem stehende Güterzüge den übrigen Bahnverkehr nicht blockieren. Überdies regt Sedlaczek ein drittes Gleis zwischen den Bahnhöfen Düren und Langerwehe an.

Die Gesamtkosten für diese Vorhaben würden sich wohl auf bis zu 100 Millionen Euro belaufen. Viel Geld, aber nur ein Zehntel dessen, was ein dreispuriger Ausbau am Ende gekostet haben könnte.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert