Elite der Informationstechnologie tagt in Aachen

Von: cs
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Die Organisatoren des Symposiums: Professor Gerhard Kramer von der TU München. Foto: Schweda, Humboldt-Stiftung/Ausserhofer
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Die Organisatoren des Symposiums: Professor Rudolf Mathar von der RWTH Aachen. Foto: Schweda, Humboldt-Stiftung/Ausserhofer

Aachen. Wer heute Mails verschlüsselt, große Datenmengen überträgt oder ein Sprachsystem einsetzt, nutzt Technologien, die sicher allesamt zunächst auf dem Internationalen Symposium für Informationstechnologie (IEEE) diskutiert worden sind. Dieses Symposium gibt es seit Anfang der 80er jedes Jahr.

Nach 20 Jahren tagen die Experten seit Montag erstmals wieder in Deutschland – und zum ersten Mal treffen sie sich in Aachen, um sich fünf Tage lang über neue Probleme und Entwicklungen auszutauschen.

Die RWTH hat zusammen mit der TU München die Konferenz nach Aachen geholt. Dabei wurden Los Angeles und Glasgow als Veranstaltungsort aus dem Feld geschlagen. „Wir unterschätzen immer unser Potenzial, weltweit gehört zu werden, wenn wir es synchronisieren“, sagte RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg bei einer Pressekonferenz zum Auftakt des Symposiums. „Und für den Wissenschaftsstandort Aachen ist das Symposium sehr gut, weil es den Ort auf die Karte der Informationstechnologie weltweit bringt.“

850 Wissenschaftler sind nach Aachen gekommen. „Das ist ein weltumspannendes Ereignis für die Experten auf diesem Gebiet“, sagte Professor Rudolf Mathar, Leiter des Instituts für Theoretische Nachrichtentechnik an der RWTH Aachen. Zusammen mit Professor Gerhard Kramer vom Lehrstuhl für Nachrichtentechnik der TU München hat er die Konferenz organisiert. Nur jeder zehnte Teilnehmer kommt aus Deutschland, 30 Prozent sind aus den USA und Kanada angereist. Auch Kramer betont den Werbeeffekt für den Wissenschaftsstandort Aachen: „Aachen ist in Stanford oder San Diego bislang nicht unbedingt bekannt.“

Inhaltlich wird auf dem jährlichen Treffen die Zukunft der Informationstechnologie angestoßen. Aktuell motiviere das breite Interesse an sicherer Datenübertragung die Wissenschaftler, an der kryptografischen Seite der Informationstechnologie zu arbeiten, sagte Kramer. Zweites großes Thema ist die Massendatenspeicherung. Besonders interessant sei für die Informationstechnologen derzeit die Kommunikation von Nervenzellen auf molekularer Ebene. „Wir versuchen mit unseren Modellen zu verstehen, wie diese Kommunikation abläuft, denn die Biologie hat im Laufe der Evolution diese Kommunikation optimiert“, sagte Kramer. Es gehe immer zunächst darum, ein Problem zu verstehen. Erst danach könne man einen Algorithmus finden, der es löst.

Eine Ahnung davon, welche Aufgaben vor den Wissenschaftlern liegen, zeigt das Thema automatisiertes Fahren mit sicheren Systemen, in die niemand von außen eindringen kann. „Wir wissen, was ein unbrechbares System ist“, sagte Kramer. Doch die Arbeitskette von der Maschine über den Chip und die Energieversorgung sei lang – und am Ende stehe der Mensch. „Er ist die Schwachstelle“, sagte Kramer. Mit Blick auf die vielen unverschlüsselt gesendeten E-Mails ergänzte Schmachtenberg: „Ein technisches System wird nie sicher sein, weil der Mensch die Sicherheitsmöglichkeiten nicht nutzt.“

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