Eklat in Aachen: Karnevalsorden für einen Rechtsradikalen

Von: os/stm
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Das Corpus Delicti: Mit solch einem Gesellschaftsorden hat der Präsident der „Koe Jonge” im Festzelt im Aachener Stadtteil Richterich am Karnevalssamstag vor 1000 Gästen einen Rechtsradikalen ausgezeichnet. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Super ist die Session für die „Koe Jonge” mit ihren rund 300 Mitgliedern im Aachener Stadtteil Richterich gelaufen. Nicht zuletzt ist das dem dunkelhäutigen, aus Afrika stammenden Stadtteilprinzen Balam I. zu verdanken. Geendet ist die Session aber im Fiasko.

Der bisherige Präsident der KG, Thomas Neunfinger, hat am Samstag auf der Bühne des mit 1000 Gästen gefüllten Festzelts den Gesellschaftsorden ausgerechnet einem Rechtsradikalen verliehen, der laut Szenekennern zumindest zeitweise auch Kontakte zur regionalen Neonazi-Gruppe „Kameradschaft Aachener Land” hatte.

Ein Hofstaatsmitglied verließ daraufhin mit seiner Frau die Bühne. Am Dienstag ist Neunfinger zurückgetreten, der am Mittwoch gegenüber den „Nachrichten” alle Verantwortung auf sich nahm.

Die anderen Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands traten ebenfalls zurück. Neunfinger bekundet, er habe aus einer Emotion heraus gehandelt, weil er froh gewesen sei, dass es keine Randale seitens des „Ordensträgers” und seiner Kumpane gegeben habe. Schon kurz nach der Verleihung habe er erkannt, einen Fehler gemacht zu haben.

Dass der Mann der rechtsradikalen Szene angehören soll, habe er nicht gewusst, sondern aufgrund von Aussagen Dritter gedacht, er sei ein „Schläger”.

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