Eine Hommage an den Kanzlerbungalow in Bonn

Von: gego
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Kanzlerbungalow
Der Kanzlerbungalow ist gerade mal ein halbes Jahr wieder geöffnet, da wird ihm auch schon die nächste Biografie gewidmet, die man allerdings als überfällig bezeichnen kann. Foto: Wüstenrot-Stiftung

Bonn. Der Kanzlerbungalow ist gerade mal ein halbes Jahr wieder geöffnet, da wird ihm auch schon die nächste Biografie gewidmet, die man allerdings als überfällig bezeichnen kann.

Zwischen 1964 und 1999 war der Kanzlerbungalow in Bonn der private Sitz des Bundeskanzlers, lediglich Willy Brandt mochte während seiner Kanzlerschaft nicht in ihn einziehen.

Dem vom Münchener Architekten Sep Ruf gebauten Bungalow ist von der Planung Ludwig Erhards bis heute eine Menge Unrecht widerfahren: Zunächst beschwerte sich die Opposition über die Kosten (2,3 Millionen Mark), dann bemängelte Kurt Georg Kiesinger fehlende Behaglichkeit, später zerstörte Helmut Kohl die schlichte Eleganz der Einrichtung und der Ausstattung mit einem Übermaß an, tja, Oggersheimer Barock.

Die Wüstenrot-Stiftung hat das 1999 gewissermaßen außer Dienst gestellte und fast vergessene Gebäude zwei Jahre lang renoviert und weitgehend in den von Erhard und Ruf vorgesehenen Originalzustand versetzt. So sind auch innen wieder die Anleihen am Bauhaus-Stil offensichtlich, was ein Segen ist, ein Geschenk.

Das nun im Prestel-Verlag erschienene Buch „Kanzlerbungalow” würdigt den Bau von der Planung bis zur Renovierung, ordnet ihn architektonisch ein, erzählt Geschichten, zitiert Bewohner, vergleicht ihn mit anderen repräsentativen Residenzen und zeigt vor allem viele Bilder.

Eine Hommage an einen visionären Bau, zumal seine erste Biografie gleichen Titels von 1964 lange vergriffen ist. Das Buch hat 144 Seiten, kostet 24,95 Euro und ist im Buchhandel erhältlich.
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