Einbruchsserie: Nachts, wenn die Fensterbohrer kommen

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
10702698.jpg
Gemeinsam hatten alle Einbrüche, dass die Fenster von Reihenhäusern und freistehende Einfamilienhäusern mit der sogenannten Fensterbohrermethode geöffnet wurden. Symbolfoto: Andreas Gebert/dpa
10702684.jpg
Wem gehören diese Wertsachen? Die Polizei sucht nach den Eigentümern dieser und anderer Gegenstände. Die Fotos aller Schmuckstücke gibt es im Internet unter der Adresse www.polizei.nrw.de/aachen/artikel__11885.html. Foto: Polizei
10702687.jpg
Wem gehören diese Wertsachen? Die Polizei sucht nach den Eigentümern dieser und anderer Gegenstände. Die Fotos aller Schmuckstücke gibt es im Internet unter der Adresse www.polizei.nrw.de/aachen/artikel__11885.html. Foto: Polizei
10702691.jpg
Wem gehören diese Wertsachen? Die Polizei sucht nach den Eigentümern dieser und anderer Gegenstände. Die Fotos aller Schmuckstücke gibt es im Internet unter der Adresse www.polizei.nrw.de/aachen/artikel__11885.html. Foto: Polizei
10702694.jpg
Wem gehören diese Wertsachen? Die Polizei sucht nach den Eigentümern dieser und anderer Gegenstände. Die Fotos aller Schmuckstücke gibt es im Internet unter der Adresse www.polizei.nrw.de/aachen/artikel__11885.html. Foto: Polizei
10702695.jpg
Wem gehören diese Wertsachen? Die Polizei sucht nach den Eigentümern dieser und anderer Gegenstände. Die Fotos aller Schmuckstücke gibt es im Internet unter der Adresse www.polizei.nrw.de/aachen/artikel__11885.html. Foto: Polizei

Aachen/Düren/Heinsberg. Der Zugriff erfolgte in der Mittagshitze des 6. August, einem Donnerstag. Mehrere zivile Autos der Polizei fuhren seit einiger Zeit hinter zwei Autos her, deren vier Insassen nicht einmal ahnten, dass sie verfolgt wurden. Als der Verkehr in der Dürener Innenstadt es zuließ, überholten die Polizeiwagen die beiden Autos rechts und links, bremsten sie in der Nähe des Bahnhofs aus und zwangen sie zum Anhalten.

Die Türen der Polizeiwagen flogen auf, die Polizisten stürzten aus ihren Autos, Gebrüll, Handschellen klickten, kurz darauf waren die vier Männer festgenommen.

Zur selben Zeit warteten Polizisten in Stolberg auf Nachricht aus Düren. Als das Zeichen kam, dass der Einsatz in Düren nach Plan verlaufen war, fuhren sie zu einem 40 Jahre alten Mann, zeigten ihm den Haftbefehl und brachten ihn nach Aachen aufs Polizeipräsidium. Einer der erfolgreichsten Einsätze gegen den organisierten Einbruchsdiebstahl in der Region Aachen, Düren, Heinsberg der vergangenen Jahre war vorläufig abgeschlossen.

In Koffern nach Albanien

Die Polizei geht davon aus, dass die fünf festgenommenen Männer Mitglieder einer Einbrecherbande sind, die zwischen März und Juli in mehr als 120 Häuser in der Region, in Borken, im Kreis Euskirchen, in Düsseldorf und im Sauerland eingebrochen sind. Und das sind nur die Einbrüche, die die Polizei glaubt, ihnen im Moment nachweisen zu können. Tatsächlich könnte die Zahl der Einbrüche noch erheblich höher liegen und sich auch auf andere Bundesländer erstrecken, wie die Aachener Polizei am Montag auf Anfrage unserer Zeitung erklärte. Die Ermittlungen dauern an, weswegen die Polizei nichts zu dem Fall sagen wollte.

Dass fünf Mitglieder der Bande, deren Größe im Moment noch nicht feststeht, festgenommen werden konnten, ist der Zusammenarbeit der Polizei in Aachen, Düren und Heinsberg zu verdanken. In allen drei Kreisen war die Bande aktiv, die Kriminalpolizei tauschte sich mehrere Wochen lang über die Kreisgrenzen hinweg aus. Drei der Männer sitzen nun in Untersuchungshaft, zwei wurden als Mittäter eingestuft und vorübergehend auf freien Fuß gesetzt. Doch auch gegen sie wird weiter ermittelt.

Als die Polizisten die vier Männer in Düren festgenommen hatten, fanden sie in den beiden Autos größere Mengen gestohlener Gegenstände. Wie die weiteren Ermittlungen ergaben, sollte das Diebesgut in großen Koffern zum Busbahnhof in Köln gefahren werden, von wo aus es mit einem Bus nach Albanien gebracht werden sollte. Die Polizei erklärte, dass die Festnahme zur rechten Zeit erfolgt sei. Die Männer waren offenbar dabei, sich in ihre Heimat Albanien abzusetzen, was die Ermittlungen gegen sie erheblich erschwert hätte.

Am Ende war es die Einbruchsmethode der Bande, die die Polizei auf ihre Spur brachte. Das Ziel der Männer waren überwiegend Reihen- oder frei stehende Einfamilienhäuser in reinen Wohngebieten. Die Einbrecher gingen in den Garten der Häuser und bohrten Löcher in rückwärtige Fenster oder Terrassentüren.

In diese Löcher wurde ein spezielles Werkzeug eingeführt, mit dessen Hilfe sich die Fenster oder Türen fast geräuschlos öffnen ließen. Die Täter kamen nachts und blieben meist unbemerkt. Fälle, in denen Einbrecher und Hausbewohner aufeinandertrafen, seien nicht bekannt, erklärte die Polizei. Gestohlen wurden Geld, Schmuck, elektrische Geräte, Kleidung und Autos. Die Polizei ist im Moment dabei, das bereits sichergestellte Diebesgut seinen Eigentümern zuzuordnen.

Der mutmaßliche Kopf der Bande, ein 40-jähriger Albaner, der bis zu seiner Verhaftung in Stolberg gelebt hatte, habe ausschließlich mit Landsleuten zusammengearbeitet. Über die Mitglieder seiner Bande habe der Mann Verbindungen ins gesamte Rheinland unterhalten, heißt es. Was das bedeutet, steht im Moment noch nicht fest. Die Polizei untersucht auch in anderen Städten und Regionen, ob der Bande weitere Fälle zuzuordnen sind, oder ob andere, bislang unbekannte Mitglieder der Bande weiter aktiv sind.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert