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Einbruch: 45 Intensivtäter in NRW gefasst, 0 in Aachen

Von: Wilfried Goebels
Letzte Aktualisierung:
Ralf Jäger
Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD).

Düsseldorf/Aachen. Der neue Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK), Ralf Jäger (SPD), nimmt osteuropäische Einbrecherbanden schärfer ins Visier. Durch eine grenzübergreifende Verfolgung, Spezialfahnder der Polizei und eine Vernetzung der Sicherheitsbehörden soll mobilen Intensivtätern häufiger das Handwerk gelegt werden, bevor sie sich absetzen können.

In NRW wurden im vergangenen Sommer insgesamt 20 Experten in 16 Schwerpunktbehörden zusammengezogen, um internationale Einbrechertruppen hinter Schloss und Riegel zu bringen. „Unsere Strategie hat Wirkung“, bilanzierte Jäger. In den vergangenen drei Monaten konnte die NRW-Polizei 45 Intensivtäter fassen, denen 300 Straftaten zur Last gelegt werden. Keinen Erfolg kann das Polizeipräsidium Aachen für diesen Zeitraum vermelden, das Schwerpunktbehörde für die Region Aachen, Düren und Heinsberg ist: An den Grenzen zu Belgien und den Niederlanden wurde im Rahmen des neuen Konzepts bislang kein Intensivtäter gefasst, teilte die Aachener Behörde auf Anfrage mit. Im Sommer wurde einer der landesweit 20 Spezialisten dem Aachener Polizeipräsidium zugeschlagen.

Geringe Aufklärungsquote

Beim Amtsantritt als IMK-Chef bedauerte Jäger die mit knapp 14 Prozent geringe Aufklärungsquote bei Einbrüchen in NRW und verwies auf ein hohes Dunkelfeld. Sorgen bereitet der Polizei, dass Einbrecherbanden häufig Kinder und Jugendliche auf Beutezügen einsetzen. Das Landeskriminalamt (LKA) listete auf, dass im Jahr 2012 von landesweit 5236 Tatverdächtigen 115 jünger als 14 Jahre – also strafunmündig – waren und 717 zwischen 14 und 18 Jahren. Landesweit gab es 2012 mehr als 54.000 Einbrüche. Nach Angaben Jägers profitieren mobile Kriminelle von offenen Grenzen, solange das Armutsgefälle so groß ist.

Gleichzeitig hat Jäger die Ausländerbehörden in NRW aufgefordert, im Vorgriff auf eine bundesweite Regelung auf Abschiebungen von lange in Deutschland lebenden Flüchtlingen zu verzichten, die sich sozial und wirtschaftlich integriert haben. Nach IMK-Schätzungen sind von der Bleiberechtsregelung „einige 10.000 Menschen“ in NRW betroffen.

Zudem hält Jäger nichts davon, im Kampf gegen gewaltbereite „Ultras“ der Fußball-Liga die Kosten für Polizei-Einsätze in Rechnung zu stellen. Nachdem Bremen eine juristische Prüfung eingeleitet hatte, lehnte es Jäger ab, „staatliche Kassen zu füllen“. Ziel müsse es sein, Gewalttäter dauerhaft vom Fußballgeschehen fernzuhalten, sagte Jäger. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte eine bundesweite Datei für „Intensivstraftäter Fußball“. Außerdem müssten Angriffe auf Polizisten und Rettungssanitäter vom Gesetzgeber mit Mindeststrafen geahndet werden.

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