Einbrecher bereiten der Polizei Sorgen

Von: Udo Kals
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Die Kriminalität in NRW ist auf einem sehr niedrigen Stand, teilte Innenminister Ingo Wolf mit. Foto: ddp

Städteregion. 16 Prozent mehr Wohnungseinbrüche und gar 144 Prozent mehr Einbrüche in die Keller von Mehrfamilienhäusern als im Jahr 2007 - diese Zahlen der Kriminalitätsstatistik 2008 für Stadt und Kreis Aachen sprechen eine deutliche Sprache.

Und Polizeipräsident Klaus Oelze macht keinen Hehl daraus: „Da gibt es kein Vertun, das bereitet uns Sorgen.” Und in diesem Fall kann er sich besonders gut in die Lage der Opfer hineinversetzen, schließlich sei bei ihm auch schon einmal eingebrochen worden: „Sie haben lange Zeit das Gefühl, kein Dach mehr über dem Kopf zu haben. Das wirkt bei den Betroffenen besonders nachhaltig”, sagt Oelze.

Ob die Aufklärungsquote von 18 Prozent den Menschen ruhigere Nächte schenkt, sei dahingestellt. Kripo-Chef Helmut Wälter hält diesen Wert indes im Landesvergleich für „ein gutes Ergebnis”.

Und dass ein Drittel der Ganoven ihren Versuch, in eine fremde Wohnung einzusteigen, abbrachen, zeigt laut Oelze nicht nur, dass die Menschen ihr Eigentum gut schützen, sondern verdeutlicht auch, „wie wichtig die polizeiliche Beratungsarbeit ist”.

Mit Blick auf den enormen Anstieg bei den Kellereinbrüchen konstatiert Oelze: „Das können wir nicht akzeptieren, was da abläuft.” Und er appelliert an die Bürger, die Räume nicht nur besser zu schützen, sondern auch aufmerksamer zu sein. „In Mehrfamilienhäusern sollte der Türdrücker erst dann betätigt werden, wenn man weiß, wer vor der Tür steht”, rät er.

Generell ist Oelze mit der Statistik nicht unzufrieden. Zwar seien die Kriminalitätszahlen vor allem wegen der Einbrüche und vermehrter Betrugsdelikte wie das Schwarzfahren in Bus und Bahn um 1,6 Prozent auf 51.654 Fälle gestiegen. Doch bestätigten die neuen Zahlen - und darauf legt der Polizeichef besonders wert - „die Hoffnung des Vorjahres, die Gewaltspirale gestoppt zu haben”. Aber, so schränkte er ein: „Wir sind auf einem Niveau, das nicht akzeptabel ist.” In Zahlen heißt das: Wurden 1999 noch 1423 Gewalttaten registriert, liegen diese seit 2006 konstant knapp unter 2300.

Doch in Stadt und Kreis „gibt es kein einheitliches Bild”, sagt Oelze: „Es gibt von Kommune zu Kommune gibt es Unterschiede.” Während im Kreisgebiet bis auf Baesweiler und Herzogenrath die Zahl der Gewaltdelikte sank, stieg sie in Aachen deutlich.

„Die Stadt ist da ein Ausreißer”, kommentiert Oelze. Aber er legt nicht die Stirn in tiefe Falten, sondern hat eine Erklärung: Denn die Polizei geht davon aus, dass die Zahlen vor allem deshalb steigen, weil die Aachener mehr anzeigen. Als Indiz dient dabei ein „ungewöhnlich hoher, fast verdoppelter” Anteil der versuchten Gewaltdelikte von 222 (2007: 115) an der Gesamtzahl von 1302 Gewalttaten. Soll heißen: Es wird nicht zwangsläufig in Aachen so viel mehr geraubt, geprügelt und vergewaltigt, sondern es wird mehr davon angezeigt und damit bekannt und verfolgt.

Alsdorf im Fokus

Mit einer Steigerung von 40 Prozent im Bereich der Straßenkriminalität sticht im Kreisgebiet ist besonders Alsdorf heraus - ist der Diebstahl aus Autos doch ansonsten deutlich zurückgegangen. „Da werden sich einige Herren, die meinen, über die Stränge schlagen zu müssen, noch sehr wundern”, kündigte Oelze eine intensive Bekämpfung der Straßenkriminalität in Alsdorf an.

Hatten uniformierte Beamte bislang verstärkt Präsenz gezeigt, setzt Kripo-Chef Wälter auch auf verdeckte Ermittler. Während die Zahl der Straftaten in Aachen um 15,5 Prozent auf knapp 28500 stieg, haben im Kreisgebiet vor allem Alsdorf (7,25 Prozent/4674 Delikte) und Eschweiler (6,01 Prozent/4992 Delikte) mit steigenden Fallzahlen zu kämpfen.

Insgesamt ermittelte die Polizei 736 Täter, die fünf oder mehr Straftaten begangen hatten, 2007 waren es noch 829. 215 Mehrfachtäter waren unter 21 Jahre alt, zwölf von ihnen 14 oder jünger.

NRW-weit ist die Zahl der Straftaten übrigens um 2,8 Prozent gesunken.
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