Ein Ticket für drei Länder ab 2012

Von: Manfred Kistermann
Letzte Aktualisierung:
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Die Euregiobahn. Foto: Rudolf Müller

Aachen. Für sieben Euro kann je- der in Belgien mit der Bahn durchs ganze Land fahren. Diesen „Railpass” haben schon viele Deutsche genutzt. Sie mussten aber immer erst mit dem Auto oder dem Bus ins belgische Welkenraedt oder nach Eupen fahren und dort in den Zug steigen. Das könnte bald nicht mehr nötig sein.

Der Geschäftsführer des Aachener Verkehrsverbundes (AVV), Hans Joachim Sistenich, hat jetzt der belgischen Bahn vorgeschlagen, künftig das Tarifsystem bereits ab Aachen gelten zu lassen. Nach Sistenichs Worten zeigten sich die belgischen Bahner „nicht abgeneigt”, die Vertreter der Deutschen Bahn hätten bereits signalisiert, nichts dagegen einzuwenden.

Der AVV würde auf dem deutschen Bahngelände die nötigen Fahrkartenautomaten installieren. Der AVV-Chef glaubt, dass schon bald eine positive Antwort aus Brüssel vorliegen könnte.

Für den öffentlichen Personenverkehr in der Region wurden jetzt wichtige Weichen gestellt. Insgesamt 3,2 Millionen Euro, davon 1,6 Millionen aus dem Interreg-Programm und 500000 Euro vom Land NRW, stehen der Euregio Maas-Rhein zur Verfügung, um bessere Verbindungen zu schaffen. Laut Sistenich steht der Ausbau eines euregionalen Dachtarifs im Vordergrund. „Wir wollen ein Dreiländerticket: Mit nur einem Fahrschein alles benutzen können.” Innerhalb der nächsten drei Jahre soll das realisiert sein.

Das Ticketing soll vereinfacht werden. Fahrscheine mit Handy oder gar mit Chipkarten zu bezahlen soll keine Zukunftsvision bleiben. Als Fernziel haben sich die Verantwortlichen im Dreiländereck aber vor allem auch den Ausbau bestimmter Schienenwege vorgenommen. Bis zum Ende nächsten Jahres soll es möglich werden, ohne umzusteigen von Aachen Hauptbahnhof bis zum Maastrichter Zentralbahnhof zu fahren - heute noch eine Umsteigequal. Dass das bis 2015 dauern könnte, begründet Hans Joachim Sistenich vor allem damit, dass es in den beteiligten Ländern völlig unterschiedliche Organisationen gibt, die sich mit dem öffentlichen Verkehr befassen.

Deutsche Bahn: Wochenend-Ticket in der Woche

Die Deutsche Bahn will mehr Fahrgäste in ihre Regionalzüge locken. Nach dem beliebten „Schönes-Wochenende-Ticket” wird zum 1. August ein ähnliches Angebot von montags bis freitags eingeführt. Mit einem neuen „Quer-durchs-Land-Ticket” können bis zu fünf Reisende einen Tag von 9 Uhr bis 3 Uhr des folgenden Tages bundesweit Nahverkehrszüge und S-Bahnen nutzen, wie der Konzern am Freitag in Berlin mitteilte.

An Automaten und im Internet kostet es 34 Euro für einen Fahrgast sowie fünf Euro pro Mitfahrer, also bis zu 54 Euro. Am Schalter werden zwei Euro mehr fällig. Das Angebot ist vorerst bis zum 31. Januar 2010 befristet.
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