Ein „spezial gelagerter Sonderfall”: Die drei Fragezeichen

Von: Tobias Röber
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Sie lösen jeden Fall: Die drei Detektive Andreas Fröhlich als Bob Andrews, Oliver Rohrbeck als Justus Jonas und Jens Wawrczeck als Peter Shaw (von links). Foto: Thomas Brill

Köln. „Darf ich Ihnen unsere Karte geben?” Diese im Grunde banale Frage spricht Oliver Rohrbeck 1979 im Alter von 14 Jahren zum ersten Mal in ein Mikrofon. Es ist ein Satz von vielen - wie das bei Aufnahmen zu einem Hörspiel nun mal so üblich ist.

30 Jahre später hat genau diese Frage Kultcharakter erlangt. Genau wie Oliver Rohrbeck, 44, und seine beiden Freunde Andreas Fröhlich, 44, und Jens Wawrczeck, 46, - vielen besser bekannt als das Detektivtrio „Die drei Fragezeichen”.

Am 12. Oktober 1979 erscheint die erste Hörspielfolge „Die drei Fragezeichen und der Super-Papagei”. Seitdem haben der Erste Detektiv Justus Jonas (Oliver Rohrbeck), der Zweite Detektiv Peter Shaw (Jens Wawrczeck) und der für Recherchen und Archiv verantwortliche Bob Andrews (Andreas Fröhlich) in 150 Fällen ermittelt. 149 Bücher sind in Deutschland erschienen, 134 davon als Hörspiel. Dazu die Folge „Master of Chess”, mit der „Die drei Fragezeichen” vor sieben Jahren auf Live-Tour gehen.

Herr Paschulke

Damals machen Justus, Peter und Bob Station im Audimax Aachen. Einige hundert Zuschauer lauschen den Drei, verfolgen fasziniert den Geräuschemacher, der dem Hörspiel auf der Bühne Leben einhaucht. Nicht zu vergessen Erzähler Helmut Krauss, vielen bekannt als Herr Paschulke, dem Nachbarn von Peter Lustig in der Kinderserie „Löwenzahn”.

Sieben Jahre später sind sie zurück: „Bei „Live and Ticking” präsentieren sie eine Neufassung der Folge „Die drei Fragezeichen und der seltsame Wecker”. Helmut Krauss ist wieder dabei, Peter Klinkenberg als Geräuschemacher ebenfalls. Und natürlich Justus, Peter und Bob. Zum 30. Geburtstag der Reihe sind sie auf Tour. Aber nicht mehr im Audimax oder ähnlich „kleinen” Sälen.

Sondern, wie am Donnerstagabend, in der Lanxess Arena in Köln. Die ist mit 12.000 Zuschauern fast ausverkauft. Das Publikum ist gemischt. Kinder sitzen auf der Tribüne, genau wie über 60-jährige. Mal lachen sie laut, mal lauschen sie andächtig. Dann jubeln sie über Kultsprüche - wie: „Das ist ein spezial gelagerter Sonderfall”.

Beinah wie Popstars wird das Team nach dem über zweistündigen Auftritt gefeiert. Die Fans sind begeistert. Und sie sind froh, dass sie „Die drei Fragezeichen” sehen können. 2005 ist es nach einem Urheberrechtsstreit zwischen Buch- und Hörspielverlag beinah vorüber. Ist es auch kurzfristig. Drei Jahre dauert der Streit. Es gibt in der Zeit eine neue Serie: „Die Drei”. In der treten Rohrbeck, Fröhlich und Wawrczeck unter den amerikanischen Originalnamen auf: Jupiter Jones, Pete Crenshaw und Robert Andrews. Am 13. Februar 2008 dann die erleichternde Nachricht für die Fans: Die Verlage haben sich geeinigt.

Es ist nicht der erste Streit: Die Titelmusik aus den Jahren 1979 bis 1986 muss eingestellt werden. Damals geht es um Tantiemenvergütung. Die alte Titelmusik genießt bei den Fans Kultstatus, Kassetten mit eben dieser Melodie haben Liebhaberwert.

Vom amerikanischen Original (The Three Investigators) haben sich „Die drei Fragezeichen” längst emanzipiert. Mehr noch: In den USA wurde die Serie 1987 eingestellt. In Deutschland sind Justus, Peter und Bob populärer denn je. Ein spezial gelagerter Sonderfall eben.

Die Live-Tour dauert noch bis zum 15. November. Karten, etwa für den Auftritt am 14. November im Düsseldorfer ISS Dome, gibt es beim Ticketverkauf unserer Zeitung, unter 0180/5999620.
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