Ein Politiker, der Waffen und Bomben im Keller hat

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Hückelhoven. Gegen den Fraktionsvorsitzenden der Linken im Rat der Stadt Hückelhoven, Manfred H., beginnt am Montag am Mönchengladbacher Amtsgericht der Prozess wegen diverser Verstöße gegen Waffen- und Sprengstoffgesetze.

Der 57 Jahre alte Politiker soll dem im Januar 2010 ermordeten Heinsberger Augenarzt Udo Schmitz mehrere Waffen verkauft haben: Mit einer dieser Waffen, einer britischen Maschinenpistole aus dem Zweiten Weltkrieg, wurde Schmitz ermordet, eine andere Waffe, eine Pistole der Marke Ceska, fand die Polizei unter seiner Leiche.

H. war der einzige Mensch, den die Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft je des Mordes an Schmitz verdächtigt hat; nachgewiesen wurde ihm die Tat jedoch nicht. Mittlerweile wurden die Ermittlungen im Mordfall Udo Schmitz eingestellt.

Im Verlauf der damaligen Ermittlungen stellte die Polizei in H.s Haus in Hückelhoven Teile eines Repetiergewehrs und eine Bombe sicher. Weitere Waffen hatte H. in einem Spind in Geilenkirchen, die er mit Hilfe von Bekannten verschwinden lassen wollte; doch die Polizei fand auch diese, unter anderem ein Sturmgewehr der Wehrmacht. Mit H. sind sechs weitere Männer wegen Verstößen gegen das Waffengesetz angeklagt, von denen fünf im Kreis Heinsberg leben.

Unter anderem die Männer, die H. beim Verstecken seiner Waffen aus dem Spind geholfen haben. Im Falle einer Verurteilung droht H. eine Haftstrafe von mindestens einem Jahr. Sein Rechtsanwalt, Heribert Kayenburg aus Mönchengladbach, sagt, dass er aufgrund „eines umfassenden Geständnisses eine niedrigere Haftstrafe für realistisch” hält; das würde ihm ermöglichen, seine politische Tätigkeit fortzuführen - wenn der Landesverband der Linken dies akzeptiert.

Obwohl H. bereits vor über einem Jahr alle Tatvorwürfe, die nun Gegenstand der Anklage sind, gestanden hat, hatte der Landesverband keine Einwände, H. weiter im Amt zu lassen. Nach dem Ende des Verfahrens werde man entscheiden, ob H. weiter Fraktionsvorsitzender in Hückelhoven bleiben kann, sagte am Freitag ein Sprecher des Landesverbandes auf Anfrage unserer Zeitung.

Der Prozess beginnt am Montag um zehn Uhr in Saal A 128.
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