Ein Jahr Haft auf Bewährung für Franjo Pooth

Von: Markus Peters, ddp
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Verona und Franjo Pooth
Verona und Franjo Pooth. Der Unternehmer ist vom Amtsgericht Düsseldorf wegen fahrlässiger Insolvenzverschleppung, Untreue, Bestechung im geschäftlichen Verkehr sowie Vorteilsgewährung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Foto: ddp

Düsseldorf. Der Unternehmer Franjo Pooth ist am Montag vom Amtsgericht Düsseldorf wegen fahrlässiger Insolvenzverschleppung, Untreue, Bestechung im geschäftlichen Verkehr sowie Vorteilsgewährung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden.

Nach Angaben eines Gerichtssprechers wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Düsseldorf ein entsprechender Strafbefehl erlassen. Dieser ist bereits rechtskräftig, da Pooths Anwalt auf die Einlegung von Rechtsmitteln verzichtet hat. Eine Hauptverhandlung findet daher nicht mehr statt.

Zudem muss der Ehemann von Moderatorin Verona Pooth eine Geldauflage von 100.000 Euro an den Insolvenzverwalter seiner früheren Firma Maxfield zahlen. Dafür hat er ein halbes Jahr Zeit. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre.

Nach Überzeugung des Gerichts hätte Pooth erkennen müssen, dass seine Firma Maxfield bereits zum 30. September 2007 überschuldet war. Demnach hätte er innerhalb der folgenden drei Wochen einen Insolvenzantrag stellen müssen. Tatsächlich wurde der Antrag erst am 18. Januar 2008 beim Amtsgericht Düsseldorf gestellt.

Als Untreue wertete das Gericht eine Abbuchung von 10.500 Britischen Pfund, die Pooth im Jahr 2006 vom Firmenkonto vorgenommen hatte. Das Geld wurde für rein private Zwecke, nämlich die Renovierung seiner Wohnung in London, verbraucht. Gegenüber den Mitgesellschaftern von Maxfield wurde die Entnahme als angeblicher Forderungsverlust verbucht.

Des Weiteren hatte Pooth im selben Jahr einen wichtigen englischen Geschäftspartner mit 20.000 Euro in bar bestochen, damit dieser die Unterhaltungselektronik von Maxfield gegenüber den Produkten der Konkurrenz bevorzugte.

Schließlich hatte Pooth im Dezember 2006 einem mit der fortlaufenden Kreditbewilligung für die Maxfield GmbH befassten Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse Düsseldorf kostenlos eine Heimkinoanlage im Wert von knapp 9000 Euro liefern lassen. Dadurch sollte das Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse Düsseldorf „bei Laune gehalten werden”, befand das Gericht.

Bei der Strafzumessung war das Amtsgericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt. Den Angaben zufolge hatte Pooth die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft eingeräumt. Es sei zu erwarten, dass der Verurteilte Pooth, der nicht vorbestraft ist, sich die Verurteilung zur Warnung dienen lasse und sich zukünftig straffrei führen werde, hieß es dazu vom Gericht.

Pooths Rechtsanwalt Benedikt Pauka nannte das Urteil "realistisch, aber für Herrn Pooth kein Grund, vor Freude in die Luft zu springen. Ziel war es, einen öffentlichen Prozess zu vermeiden. Dieses Ziel haben wir erreicht. Insgesamt ist es ein Ergebnis, mit dem wir gut leben können.”
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