Ein Drittel weniger Waffenbesitzer in der Region

Von: Claudia Schweda
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Ein Blick in die volle Waffenkammer im Polizeipräsidium Aachen. Morgen werden die Waffen zur Vernichtung zu einer zentralen Sammelstelle nach Wuppertal gebracht. Foto: Schweda
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Ein Blick in die volle Waffenkammer im Polizeipräsidium Aachen. Morgen werden die Waffen zur Vernichtung zu einer zentralen Sammelstelle nach Wuppertal gebracht. Foto: Schweda

Aachen. Die Zahl der legal registrierten Waffenbesitzer im Bereich Aachen, Düren und Heinsberg ist in den vergangenen fünf Jahren um mehr als ein Drittel auf rund 11.500 gesunken. Das ist das Ergebnis von Recherchen unserer Zeitung.

Grund ist eine massive Verschärfung des Waffenrechts nach den Amokläufen von Erfurt und Winnenden Ende des vorigen Jahrzehnts. In Winnenden war ein 17-Jähriger mit der Sportwaffe seines Vaters Amok gelaufen und hatte 15 Menschen getötet, bevor er sich selbst gerichtet hatte. Seitdem müssen die örtlichen Polizeibehörden „verdachtsunabhängig“ mit großem Personaleinsatz jeden Inhaber einer Waffenbesitzkarte aufsuchen und die Einhaltung neu eingeführter und strenger Aufbewahrungsvorschriften in zertifizierten Waffenschränken kontrollieren.

Offenbar hat die Strategie der Ordnungsbehörde Erfolg: Vor fünf Jahren, im Dezember 2008, hatten gut 18.000 Menschen eine Waffenbesitzkarte. Derzeit gibt es in der Städteregion Aachen sowie den Kreisen Düren und Heinsberg dagegen exakt noch 11.528 Waffenbesitzer, die insgesamt knapp 55.000 Waffen besitzen - ein Rückgang um 36 Prozent. Dabei machen Jäger und Sportschützen mit etwa 6700 oder 58 Prozent den größten Teil aus, der Rest sind fast ausschließlich Erben und Altbesitzer. Der Anteil von Händlern und Sammlern ist verschwindend gering.

Bei den Hausbesuchen führen die Polizeibeamten mit Altbesitzern und Erben von Waffen intensive Gespräche, ob der reine Besitz der Waffen sinnvoll ist. Eine Waffenbesitzkarte berechtigt nicht dazu, die Waffe in der Öffentlichkeit zu führen oder gar zu benutzen. In den falschen Händen, wie Winnenden gezeigt hat, können sie aber dennoch großes Unheil anrichten.

Nach Angaben der drei Polizeibehörden in der Region erfahren einige Erben und Altbesitzer bei diesem Anlass zum ersten Mal von den verschärften Vorschriften. Erben etwa müssen die Waffen von einem speziell geschulten Büchsenmacher blockieren lassen. Da die Einhaltung der Vorschriften mit einem großen finanziellen Aufwand verbunden ist, scheuen manche Waffenbesitzer nach der Erfahrung der Polizei diesen Aufwand und geben aus diesem Grund die Waffen ab.

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