Ein Drittel mehr Kirchenaustritte im Bistum Aachen

Von: kna
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Aachen. Das Bistum Aachen verzeichnet für 2010 ein Drittel mehr Kirchenaustritte als im Jahr davor. Wie die Diözese am Freitag mitteilte, kehrten 5961 Katholiken und damit rund 34 Prozent mehr als 2009 der Kirche den Rücken.

Als einen wesentlichen Grund nannte Generalvikar Manfred von Holtum die bekanntgewordenen Missbrauchsfälle durch Geistliche.

„Priester haben mit ihren schrecklichen Straftaten unserer Kirche großen Schaden zugefügt”, so von Holtum: „Es wird noch Jahre dauern, bis der tiefe Glaubwürdigkeitsverlust der Kirche bei unseren Gläubigen und in unserer Gesellschaft überwunden sein wird.”

Weniger Gottesdienstbesucher

Auch die Zahl der Gottesdienstbesucher ist laut Bistum rückläufig. 2010 gingen im Schnitt rund 109.000 Katholiken und damit jedes zehnte Kirchenmitglied jedes Wochenende zum Gottesdienst. Dies waren 12 Prozent weniger als 2009. Der Leiter der Hauptabteilung Pastoral, Pfarrer Rolf-Peter Cremer, erklärte, dass die Entwicklung nachdenklich stimme und ein Zeichen für die kirchliche Umbruchsituation sei. Er hoffe, dass die Gemeinden mit einem differenzierten Gottesdienstangebot dem Trend leerer werdender Kirchen begegnen könnten.

2010 sank im Bistum Aachen die Gesamtzahl der Katholiken um rund 15.000 auf 1,12 Millionen, wie es weiter hieß. Dies sei auch auf den Bevölkerungsrückgang und Wegzüge zurückzuführen. Die Zahl der kirchlichen Trauungen sank 2010 um 95 auf 1.820, die der Taufen um 640 auf 6.933. 10.203 Kinder empfingen die Erstkommunion und 5.144 Jugendliche und Erwachsene die Firmung.

Laut von Holtum liegt der Mitgliederrückgang im bundesweiten Trend, der sich auch in anderen großen Organisationen wie Parteien oder Gewerkschaften zeige. Um dem Rückgang entgegenzuwirken, seien intensivere Kontakte zu den Katholiken wichtig. Dem habe auch der Mitte März verschickte Dankbrief des Bischofs für die Kirchensteuer gedient.
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