Ein dreckiges Geschäft? Wie Arei Gelder fließen lässt
Man kennt sich: Aloys Kreitz (Mitte) ließ sich 2009 bei einem Alemannia-Sponsorentreffen mit dem damaligen Alemannia-Profi Cristian Fiel ablichten (der in keinem Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Kreitz steht). Rechts dahinter Staatsanwalt Hubert Herwartz. Foto: Archiv
Rauschende Feste, Luxusvillen, Sportwagen - eine Karriere auf der Überholspur. Legal, egal. Bis der Staatsanwalt an der Tür klingelt - Großrazzia. Hauptvorwurf: Steuerhinterziehung im großen Stil. Die Details sind pikant. Seit der Durchsuchungsaktion am 28. Juni sickern immer mehr Informationen über angebliche schwere Verfehlungen der Abwasserfirma durch. Neben Steuerhinterziehung geht es auch um Umweltdelikte.
Vor den Ermittlern taucht da vor einigen Wochen erneut eine schillernde Persönlichkeit auf, die nicht nur Ende der 90er Jahre als großzügiger Sponsor von Alemannia Aachen das Licht der Öffentlichkeit suchte: Aloys, genannt Ali, Kreitz. Er hat Arei aufgebaut. Mittlerweile zählt man 25 Standorte in NRW und nach eigenen Angaben 65 Mitarbeiter. Die Geschäftsführung gab das Familienoberhaupt inzwischen an andere ab - darunter sein 25-jähriger Sohn Daniel.
Kreitz senior gehört zwischen der Arei-Firmenzentrale in Düren und seiner Aachener Meldeadresse fraglos zur lokalen Prominenz. Der Gönner ist durchaus beliebt. Von seinem Geld profitieren ungezählte Sportvereine: Trikotsponsoring, ein Zuschuss fürs Klubhaus, die Ablöse für einen Top-Spieler. Mit „Ali” war immer zu rechnen. Man kennt sich, man hilft sich. Was die Empfänger finanzieller Zuwendungen nun irritieren könnte: Gegen den 57-Jährigen und mindestens sieben weitere Beschuldigte ermittelt die Aachener Staatsanwaltschaft „wegen gewerbsmäßiger oder bandenmäßiger Steuerhinterziehung”.
Insider wundert das nicht. Dass bei Kreitz Abwasser-Geschäften Millionen Euro fließen, aber nicht immer alles sauber läuft, wusste die Anklagebehörde schon früher. Schon im Jahr 2010 verurteilte die 1. Große Wirtschaftskammer des Aachener Landgerichts den vermögenden Kaufmann wegen Steuerhinterziehung. Die lief jahrelang. Als man ihm auf die Schliche kam, drohte schon die Verjährung. Vergleichsweise mild fiel die Strafe aus: 180 Tagessätze zu je 50 Euro, ausgesetzt zur dreijährigen Bewährung. In der Urteilsbegründung hieß es wörtlich: „Es ist zu erwarten, dass der Angeklagte künftig auch ohne Verurteilung zur Strafe keine Straftaten mehr begehen wird.”
Als Vertreter der Anklagebehörde agierte damals Staatsanwalt Hubert Herwartz. Man kannte sich vom Tivoli. Kreitz war Alemannia-Sponsor, Herwartz jahrelang Vorsitzender des Alemannia-Verwaltungsrates. Arei schoss als bedeutender Sponsor erkleckliche Summen in die marode Vereinskasse, prangte mit dem Firmenlogo sogar auf den Trikots der schwarz-gelben Kicker. Auf diese zumindest unglückliche Konstellation ist der Aachener Oberstaatsanwalt Robert Deller schon mehrfach angesprochen worden. Gegenüber unserer Zeitung weist er „infame Unterstellungen in aller Schärfe zurück”. Jedwede Befangenheit von Herwartz sei ausgeschlossen, der habe zu jener Zeit das Strafverfahren gar nicht gesteuert, er sei lediglich zur Hauptverhandlung als Vertreter der Anklagebehörde erschienen, erklärt Deller.
Zurück zu den aktuellen Fällen: Die Staatsanwaltschaft scheint ihre Einschätzung, was das Geschäftsgebaren von Arei und Kreitz angeht, gründlich geändert zu haben. Nach monatelangen Ermittlungen, die offenbar durch gezielte Informationen aus dem „Insider-Kreis” Areis ausgelöst wurden, schlägt man zu: Ein Großaufgebot von Polizisten, Steuer- und Zollfahndern durchkämmt in der Region Geschäftsräume, Wohnungen und Autos.
Im Zentrum der Ermittlungen: Aloys „Ali” Kreitz. Der 57-Jährige, sein Sohn Daniel und eine Reihe weitere Beschuldigte seien - so heißt es im Durchsuchungsbeschluss - dringend verdächtig, als Mitglieder einer Bande fortgesetzt und gewerbsmäßig in großem Ausmaß unter Verwendung gefälschter Belege Steuern und Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen beziehungsweise Beihilfe zu diesen Taten geleistet zu haben. Und dies über mindestens sieben Jahre - also weit vor der letzten Verurteilung 2010.
Spätestens 2005 hätten sich die Beschuldigten mit dem Ziel zusammengeschlossen, ein von ihnen gebildetes Firmengeflecht zu nutzen und damit Gelder für die Zahlung von Schwarzlöhnen der Arei-Arbeitnehmer zu generieren. Außerdem seien Entnahmen aus dem Betriebsvermögen zu privaten Zwecken verschleiert worden, heißt es weiter. Und: Es sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte Aloys Kreitz als Hintermann die Vorgehensweise im Einvernehmen mit den beschuldigten Geschäftsführern Daniel Kreitz und Petra H. maßgeblich gesteuert habe. So hätten die Arbeitnehmer neben ihrem vertraglich vereinbarten Lohn Bargeld-Zuwendungen erhalten, die nicht versteuert beziehungsweise sozialversicherungsrechtlich erfasst worden seien. Durch die Verwendung von Scheinrechnungen sogenannter Servicefirmen sei die Auszahlung der Schwarzlöhne ermöglicht worden.
Den Steuerschaden beziffert die Staatsanwaltschaft zunächst auf weit über 100.000 Euro. Es bestehe aber der begründete Verdacht, dass der tatsächliche Umfang der Scheinrechnungen viel höher sei und der fiskalische Schaden ein Vielfaches betrage. Der Verdacht wiegt schwer: Hinterziehung von Einkommen-, Körperschafts-, Umsatz-, Gewerbe- und Lohnsteuer - außerdem Urkundenfälschung sowie das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt. Gesteuert habe all dies der hiernach faktische Geschäftsführer Aloys Kreitz, glaubt die Staatsanwaltschaft. Andere Beschuldigte seien verdächtig, zur Durchführung des Systems Abdeckrechnungen und Scheinrechnungen geliefert - und die Buchhaltung fingiert zu haben.
Mehrere hundert Aktenordner sowie Computerfestplatten und andere digitale Speichermedien seien bei der Großrazzia sichergestellt worden, bestätigt Oberstaatsanwalt Deller. Die Auswertung werde Monate in Anspruch nehmen. Wie gründlich die Beamten bei der Durchsuchung vorgingen, veranschaulicht Daniel Kreitz: „Alles wurde erstmal einkassiert”, sagt er unserer Zeitung. Er gilt als Beschuldigter; aber gegen die Arei Kanal Service GmbH, deren Geschäftsführer er ist, wird nicht ermittelt.
Wohl aber gegen die Arei Abwassertechnik GmbH, die an derselben Firmenadresse in Düren logiert. Zur Sache will sich Kreitz - auf Anraten seiner Anwälte - nicht äußern. Tatsache sei aber, dass der Geschäftsbetrieb ganz normal weitergehe. Dies belegt ein Gerichtsbeschluss, den Rechtsanwalt Johannes Klefisch zwei Wochen nach der Razzia, den Kontosperrungen und Beschlagnahmungen für Arei erwirkte: Die Wirtschaftskammer gab 234.000 Euro aus dem Vermögen der Kanal Service GmbH wieder frei, die von der Staatsanwaltschaft zur Absicherung fiskalischer Ansprüche festgehalten worden waren.
In dem Beschluss, der unserer Zeitung vorliegt, heißt es, bei den Beschuldigten seien bereits Vermögenswerte in einer Größenordnung von mehr als 500.000 Euro beschlagnahmt und bei der Arei Abwassertechnik Düren GmbH Sicherheiten in Höhe von 700.000 Euro reklamiert worden. „Man darf die beiden Firmen nicht in einen Topf werfen; gegen die Kanal Service GmbH von Herrn Kreitz liegt nichts vor”, unterstreicht Klefisch. Er kündigt eine Schadenersatzklage gegen das Land NRW an: „Durch die unrechtmäßige Beschlagnahme ist der Arei Kanal Service GmbH erheblicher Schaden entstanden; der Staatsanwalt hat die Firma an den Rand der Insolvenz getrieben.”
In ganz anderer Sache ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Arei auf Betreiben des Dürener Umweltamtes: Angeblich fehlen Entsorgungsnachweise für Müll, den Arei aus speziellen Abwasserfiltern, sogenannten Fettabscheidern, im Auftrag einer bundesweit tätigen Lebensmittelkette abgeholt hat. Auch dieses Verfahren dürfte sich über weitere Instanzen hinziehen.
Ungezählte Sportvereine der Region und viele soziale Einrichtungen bangen derweil um einen der bedeutsamsten Sponsoren der Region. Martin Lücker, Vorsitzender der Aachener Engel, betont - unabhängig von Rechtsfragen: „Die Firma Arei ist ein unverzichtbarer Partner bei unseren Aktivitäten für unverschuldet in Not geratene Menschen. Ohne Arei hätten wir unsere Sportförderung niemals aufbauen können.” Und er fügt hinzu: „Ohne die finanzielle Unterstützung und viele Ratschläge der Familie Kreitz hätten zig benachteiligte Kinder keine Chancen auf eine echte Zukunftsperspektive erhalten.”
Zwischen Aachen und Düren gibt es kaum einen Sportverein, der nicht zumindest über eine Bandenwerbung von Arei unterstützt wurde. Das gilt nicht nur für Rhenania Richterich, bei der die Söhne von Ali Kreitz selbst als Fußballer aktiv waren. Über 20 Jahre ist etwa Peter Siemons bei Grenzwacht Pannesheide engagiert. „Ich kenne Arei nur als absolut verlässlichen Partner”, sagt er. „Trikots, Bälle - speziell der Jugendbereich wurde von Ali Kreitz immer besonders unterstützt. Wenn diese Hilfe wegfallen würde, hätte das für sehr viele Vereine äußerst schmerzhafte Auswirkungen”, glaubt Siemons.
Wie schmerzhaft sich der Fall für Arei, Kreitz und Co. entwickelt, bleibt abzuwarten. Generell gilt: Weder Staatsanwalt noch Steuerbehörde wollen sich an der Nase herumführen lassen, schon gar nicht mehrfach. Was für alle anrüchigen Geschäfte gilt. Natürlich.
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Vor den Ermittlern taucht da vor einigen Wochen erneut eine schillernde Persönlichkeit auf, die nicht nur Ende der 90er Jahre als großzügiger Sponsor von Alemannia Aachen das Licht der Öffentlichkeit suchte: Aloys, genannt Ali, Kreitz. Er hat Arei aufgebaut. Mittlerweile zählt man 25 Standorte in NRW und nach eigenen Angaben 65 Mitarbeiter. Die Geschäftsführung gab das Familienoberhaupt inzwischen an andere ab - darunter sein 25-jähriger Sohn Daniel.
Kreitz senior gehört zwischen der Arei-Firmenzentrale in Düren und seiner Aachener Meldeadresse fraglos zur lokalen Prominenz. Der Gönner ist durchaus beliebt. Von seinem Geld profitieren ungezählte Sportvereine: Trikotsponsoring, ein Zuschuss fürs Klubhaus, die Ablöse für einen Top-Spieler. Mit „Ali” war immer zu rechnen. Man kennt sich, man hilft sich. Was die Empfänger finanzieller Zuwendungen nun irritieren könnte: Gegen den 57-Jährigen und mindestens sieben weitere Beschuldigte ermittelt die Aachener Staatsanwaltschaft „wegen gewerbsmäßiger oder bandenmäßiger Steuerhinterziehung”.
Insider wundert das nicht. Dass bei Kreitz Abwasser-Geschäften Millionen Euro fließen, aber nicht immer alles sauber läuft, wusste die Anklagebehörde schon früher. Schon im Jahr 2010 verurteilte die 1. Große Wirtschaftskammer des Aachener Landgerichts den vermögenden Kaufmann wegen Steuerhinterziehung. Die lief jahrelang. Als man ihm auf die Schliche kam, drohte schon die Verjährung. Vergleichsweise mild fiel die Strafe aus: 180 Tagessätze zu je 50 Euro, ausgesetzt zur dreijährigen Bewährung. In der Urteilsbegründung hieß es wörtlich: „Es ist zu erwarten, dass der Angeklagte künftig auch ohne Verurteilung zur Strafe keine Straftaten mehr begehen wird.”
Als Vertreter der Anklagebehörde agierte damals Staatsanwalt Hubert Herwartz. Man kannte sich vom Tivoli. Kreitz war Alemannia-Sponsor, Herwartz jahrelang Vorsitzender des Alemannia-Verwaltungsrates. Arei schoss als bedeutender Sponsor erkleckliche Summen in die marode Vereinskasse, prangte mit dem Firmenlogo sogar auf den Trikots der schwarz-gelben Kicker. Auf diese zumindest unglückliche Konstellation ist der Aachener Oberstaatsanwalt Robert Deller schon mehrfach angesprochen worden. Gegenüber unserer Zeitung weist er „infame Unterstellungen in aller Schärfe zurück”. Jedwede Befangenheit von Herwartz sei ausgeschlossen, der habe zu jener Zeit das Strafverfahren gar nicht gesteuert, er sei lediglich zur Hauptverhandlung als Vertreter der Anklagebehörde erschienen, erklärt Deller.
Zurück zu den aktuellen Fällen: Die Staatsanwaltschaft scheint ihre Einschätzung, was das Geschäftsgebaren von Arei und Kreitz angeht, gründlich geändert zu haben. Nach monatelangen Ermittlungen, die offenbar durch gezielte Informationen aus dem „Insider-Kreis” Areis ausgelöst wurden, schlägt man zu: Ein Großaufgebot von Polizisten, Steuer- und Zollfahndern durchkämmt in der Region Geschäftsräume, Wohnungen und Autos.
Im Zentrum der Ermittlungen: Aloys „Ali” Kreitz. Der 57-Jährige, sein Sohn Daniel und eine Reihe weitere Beschuldigte seien - so heißt es im Durchsuchungsbeschluss - dringend verdächtig, als Mitglieder einer Bande fortgesetzt und gewerbsmäßig in großem Ausmaß unter Verwendung gefälschter Belege Steuern und Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen beziehungsweise Beihilfe zu diesen Taten geleistet zu haben. Und dies über mindestens sieben Jahre - also weit vor der letzten Verurteilung 2010.
Spätestens 2005 hätten sich die Beschuldigten mit dem Ziel zusammengeschlossen, ein von ihnen gebildetes Firmengeflecht zu nutzen und damit Gelder für die Zahlung von Schwarzlöhnen der Arei-Arbeitnehmer zu generieren. Außerdem seien Entnahmen aus dem Betriebsvermögen zu privaten Zwecken verschleiert worden, heißt es weiter. Und: Es sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte Aloys Kreitz als Hintermann die Vorgehensweise im Einvernehmen mit den beschuldigten Geschäftsführern Daniel Kreitz und Petra H. maßgeblich gesteuert habe. So hätten die Arbeitnehmer neben ihrem vertraglich vereinbarten Lohn Bargeld-Zuwendungen erhalten, die nicht versteuert beziehungsweise sozialversicherungsrechtlich erfasst worden seien. Durch die Verwendung von Scheinrechnungen sogenannter Servicefirmen sei die Auszahlung der Schwarzlöhne ermöglicht worden.
Den Steuerschaden beziffert die Staatsanwaltschaft zunächst auf weit über 100.000 Euro. Es bestehe aber der begründete Verdacht, dass der tatsächliche Umfang der Scheinrechnungen viel höher sei und der fiskalische Schaden ein Vielfaches betrage. Der Verdacht wiegt schwer: Hinterziehung von Einkommen-, Körperschafts-, Umsatz-, Gewerbe- und Lohnsteuer - außerdem Urkundenfälschung sowie das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt. Gesteuert habe all dies der hiernach faktische Geschäftsführer Aloys Kreitz, glaubt die Staatsanwaltschaft. Andere Beschuldigte seien verdächtig, zur Durchführung des Systems Abdeckrechnungen und Scheinrechnungen geliefert - und die Buchhaltung fingiert zu haben.
Mehrere hundert Aktenordner sowie Computerfestplatten und andere digitale Speichermedien seien bei der Großrazzia sichergestellt worden, bestätigt Oberstaatsanwalt Deller. Die Auswertung werde Monate in Anspruch nehmen. Wie gründlich die Beamten bei der Durchsuchung vorgingen, veranschaulicht Daniel Kreitz: „Alles wurde erstmal einkassiert”, sagt er unserer Zeitung. Er gilt als Beschuldigter; aber gegen die Arei Kanal Service GmbH, deren Geschäftsführer er ist, wird nicht ermittelt.
Wohl aber gegen die Arei Abwassertechnik GmbH, die an derselben Firmenadresse in Düren logiert. Zur Sache will sich Kreitz - auf Anraten seiner Anwälte - nicht äußern. Tatsache sei aber, dass der Geschäftsbetrieb ganz normal weitergehe. Dies belegt ein Gerichtsbeschluss, den Rechtsanwalt Johannes Klefisch zwei Wochen nach der Razzia, den Kontosperrungen und Beschlagnahmungen für Arei erwirkte: Die Wirtschaftskammer gab 234.000 Euro aus dem Vermögen der Kanal Service GmbH wieder frei, die von der Staatsanwaltschaft zur Absicherung fiskalischer Ansprüche festgehalten worden waren.
In dem Beschluss, der unserer Zeitung vorliegt, heißt es, bei den Beschuldigten seien bereits Vermögenswerte in einer Größenordnung von mehr als 500.000 Euro beschlagnahmt und bei der Arei Abwassertechnik Düren GmbH Sicherheiten in Höhe von 700.000 Euro reklamiert worden. „Man darf die beiden Firmen nicht in einen Topf werfen; gegen die Kanal Service GmbH von Herrn Kreitz liegt nichts vor”, unterstreicht Klefisch. Er kündigt eine Schadenersatzklage gegen das Land NRW an: „Durch die unrechtmäßige Beschlagnahme ist der Arei Kanal Service GmbH erheblicher Schaden entstanden; der Staatsanwalt hat die Firma an den Rand der Insolvenz getrieben.”
In ganz anderer Sache ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Arei auf Betreiben des Dürener Umweltamtes: Angeblich fehlen Entsorgungsnachweise für Müll, den Arei aus speziellen Abwasserfiltern, sogenannten Fettabscheidern, im Auftrag einer bundesweit tätigen Lebensmittelkette abgeholt hat. Auch dieses Verfahren dürfte sich über weitere Instanzen hinziehen.
Ungezählte Sportvereine der Region und viele soziale Einrichtungen bangen derweil um einen der bedeutsamsten Sponsoren der Region. Martin Lücker, Vorsitzender der Aachener Engel, betont - unabhängig von Rechtsfragen: „Die Firma Arei ist ein unverzichtbarer Partner bei unseren Aktivitäten für unverschuldet in Not geratene Menschen. Ohne Arei hätten wir unsere Sportförderung niemals aufbauen können.” Und er fügt hinzu: „Ohne die finanzielle Unterstützung und viele Ratschläge der Familie Kreitz hätten zig benachteiligte Kinder keine Chancen auf eine echte Zukunftsperspektive erhalten.”
Zwischen Aachen und Düren gibt es kaum einen Sportverein, der nicht zumindest über eine Bandenwerbung von Arei unterstützt wurde. Das gilt nicht nur für Rhenania Richterich, bei der die Söhne von Ali Kreitz selbst als Fußballer aktiv waren. Über 20 Jahre ist etwa Peter Siemons bei Grenzwacht Pannesheide engagiert. „Ich kenne Arei nur als absolut verlässlichen Partner”, sagt er. „Trikots, Bälle - speziell der Jugendbereich wurde von Ali Kreitz immer besonders unterstützt. Wenn diese Hilfe wegfallen würde, hätte das für sehr viele Vereine äußerst schmerzhafte Auswirkungen”, glaubt Siemons.
Wie schmerzhaft sich der Fall für Arei, Kreitz und Co. entwickelt, bleibt abzuwarten. Generell gilt: Weder Staatsanwalt noch Steuerbehörde wollen sich an der Nase herumführen lassen, schon gar nicht mehrfach. Was für alle anrüchigen Geschäfte gilt. Natürlich.






