Staukarte

Ein Bücherberg schrumpft und bringt 10.000 Euro

Von: wp
Letzte Aktualisierung:
11835997.jpg
Stöbern nach neuem Lesestoff: Bei der 14.Würselener Bücherbörse war der Andrang groß. Foto: Sarah Wolpers

Würselen. Die junge Frau mit einem Faible für alte Bücher aus der Region – speziell Aquensien und Eifel-„Schätze“ – suchte und strahlte. „Über 2000 alte und neue Bücher habe ich aus meinem Sammelgebiet schon zusammengetragen. Dieses eine Exemplar hier über Monschau ist besonders schön“, sagte sie begeistert über eine Monografie über das altehrwürdige Eifelstädtchen, 1908 erschienen.

Ein seltenes Werk, unter 90 Euro kaum zu haben, hatte sie für 35 Euro neben einigen anderen Raritäten auf der 14. Würselener Bücherbörse ergattert.

Die Bücherbörse veranstaltet der Zeitungsverlag Aachen (ZVA) seit nun 14 Jahren gemeinsam mit der Stadt Würselen im Kulturzentrum Altes Rathaus. „Es macht ohne Ende Spaß, hier zu stöbern, weil man immer sehr preiswert hochwertige Dinge findet“, sagte sie.

Von der parallel laufenden Schallplattenbörse kam der Vater der jungen Frau dazu: „Na, bis du zufrieden?“ fragte er seine Tochter. „Und wie“, sagte sie und hielt ihm das „Monschau-Antikchen“ hin. „Ich auch“, meinte er, kramte in seiner Plastiktüte und zog ein paar Langspielplatten heraus: Ten Years After, Rolling Stones und Manhatten Transfer hielt er in Händen. Relikte aus den 1970er Jahren. „Das Stück für drei oder vier Euro.“

Diejenigen, die sich nicht einmal für zwei oder drei Euro ein Buch oder eine LP leisten können, profitieren von der Aktion. Der gesamte Erlös auch dieser 14.Auflage der Veranstaltung kommt dem Verein unserer Zeitung, „Menschen helfen Menschen“ unter Vorsitz von Chefredakteur Bernd Mathieu, zugute. Und es waren einmal mehr unzählige Freunde gut erhaltener, neuer oder auch antiquarischer Druckwerke, die sich im schmucken Ambiente des Alten Rathauses an der Kaiserstraße umsahen und mit neuem Lesestoff oder auch „alten Schätzchen“ eindeckten. Das galt ebenso für die Schallplattenbörse und die zum zweiten Mal dort organisierte Kunstausstellung mit zahlreichen Bildern und anderen Objekten.

Als eines vieler Highlights im Kunstraum entpuppte sich schnell eine große Zahl an Original-Radierungen des Düreners Heinz Conrad (1928 – 2000), die uns seine Ehefrau Gerda Sieprath-Conrad gespendet hatte. Sie verkaufte selbst mit. So erfuhren die Liebhaber schöner Radierungen auch Hintergründiges über die Kunst des Radierens. „Mein Mann hätte große Freude daran, dass seine Werke so einen schönen Zweck erfüllen“, erzählte sie. Vor allem fertig gerahmte alte oder moderne Werke – Ölbilder, Aquarelle, Originalzeichnungen, alte Stiche, Lithographien – fanden reißenden Absatz. Und wer für sein Bild selbst einen passenden Rahmen aussuchen wollte, fand auch reichlich Kunst. Denn alle Werke wurden zumindest hinter einem neuen Passepartout präsentiert.

Am Ende der 14. Würselener Bücherbörse, die sechs Stunden dauerte, standen „unter dem Strich“ gut 10.000 Euro, die der ZVA nun an den Verein „Menschen helfen Menschen“ weiterleitet. Der unterstützt seit Jahren unverschuldet in Not geratene Bürgerinnen und Bürger oder Institution aus der Region. „Ein sehr schönes Ergebnis, das zeigt, von welch hoher Qualität die Spenden unserer Leserinnen und Leser sind. Das belegt auch der Andrang auf unseren Bücher-, Schallplatten- und Kunstbörsen in Würselen und Ende November im Verlagshaus an der Dresdener Straße“, zeigte sich Bernd Mathieu erfreut. „Danke allen, die gespendet, gekauft und geholfen haben.“

Neben ZVA-Redakteuren, -Angestellten und deren Familien und Freunden half auch wieder Würselens Bürgermeister Arno Nelles. Sie alle engagierten sich als ehrenamtliche „Fachverkäufer“ und trugen so dazu bei, dass sich die Veranstaltungen einmal mehr gelohnt hat – für die Käufer und gleichermaßen für die Menschen, die es bitter nötig haben.

Man darf sich schon jetzt auf die nächste Veranstaltung freuen: den 7. Bücher- und Kunstmarkt Ende November im Haus des Zeitungsverlags Aachen an der Dresdener Straße in Aachen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.