Eigene Großmutter mit Ladekabel erwürgt: 28 Jahre Haft

Von: heck
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Für den Mord an seiner Großmutter verurteile das Gericht den 44-Jährigen zu 28 Jahren im Gefängnis. Symbolfoto: Fotolia/Sebastian Duda

Lüttich. Ein spektakulärer Mordfall fand vor dem Lütticher Berufungsgericht jetzt sein vorläufiges Ende: Weil er seine Großmutter mit einem Handykabel erwürgt haben soll, wurde ein 44-jähriger Mann am Dienstag zu einer Haftstrafe von 28 Jahren verurteilt.

Im August 2015 war der drogenabhängige Mann plötzlich in der Wohnung seiner 87-jährigen Verwandten in Namur aufgetaucht, nachdem beide zuvor wegen eines Familienstreits 15 Jahre lang keinen Kontakt miteinander hatten.

Doch das gemeinsame Kaffeetrinken von Großmutter und Enkel endete tödlich, wie das belgische Nachrichtenportal Sudinfo.be berichtet. Das Gespräch eskalierte, der Mann griff die alte Frau an und erdrosselte sie mit dem Ladekabel eines Mobiltelefons. Er flüchtete mit 350 Euro und zwei Handys und wurde später verhaftet.

Mediziner stellten fest, dass der Angeklagte zur Tatzeit einen Cocktail aus Heroin, Kokain und Valium im Blut gehabt hatte. Er selbst gab an, die Großmutter habe seine Lebensgefährtin beleidigt, woraufhin er die Nerven verloren habe. Das Gericht schenkte dieser Schilderung jedoch keinen Glauben. Die Richter gingen davon aus, dass der Mann ans Geld seines Opfers kommen wollte, um so seine Drogensucht zu finanzieren.

In erster Instanz war der 44-Jährige bereits zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Die nun auf 28 Jahre erhöhte Strafe liegt am obersten Ende des in Belgien für Mord vorgesehenen Strafmaßes von 20 bis 30 Jahren. Ob das harte Urteil angemessen ist, wurde von Prozessbeobachtern unterschiedlich beurteilt. Gegen das Urteil ist Berufung möglich.

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