Eifelverein modernisiert die Wegeführung

Von: Peter Stollenwerk
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Damit die Füße auch den richtigen Weg finden: Der Eifelverein versieht das Netz der von ihm betreuten Wanderwege, das 2800 Kilometer umfasst, mit neuen, eindeutigen Wegmarkierungen. Foto: Clourbox, Montage: Hans-Gerd-Classen
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Hat sich für das neue Wanderwegsymbol stark gemacht: Wolfgang Müller aus Nideggen-Schmidt, Hauptwegewart des Eifelvereins.
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Das neue Wegemarkierungszeichen für die Wanderwege des Eifelvereins stellt symbolisch ein großes „E“ dar, das für Eifel steht. Die drei Farben (blau für Himmel, braun für Erde, grün für Wald) sollen in frischer und einprägsamer Optik den Weg durch Eifel weisen. Foto: P. Stollenwerk

Düren. Der Eifelverein geht neue Wege: Der traditionsbewusste Zusammenschluss wanderfreudiger Naturliebhaber hat ausgetretene Pfade verlassen, um das bislang größte Projekt seiner 128-jährigen Geschichte umzusetzen. Nach zweijähriger Vorbereitung befindet sich das Projekt Hauptwanderwege 2.0 jetzt in der Phase der konkreten Umsetzung.

Im Kern geht es darum, das bestehende Netz von 2800 Kilometern Hauptwanderwegen „an die heutigen Bedürfnisse anzupassen“, sagt Mathilde Weinandy (Prüm), Hauptvorsitzende des Eifelvereins.

Dem Ziel der Qualitätsverbesserung sind 25 Prozent der vom Verein betreuten Wege geopfert worden. Als Folge der in den zurückliegenden zehn Jahren ausgewiesenen Qualitätswege wie Eifelsteig oder Ahrsteig, ist die Nachfrage stark zurückgegangen. Daher sei es nur konsequent, „unattraktive Strecken stillzulegen und die Kräfte zu bündeln“, erläutert Hauptgeschäftsführer Manfred Rippinger am Vereinssitz in Düren.

Das größte Stück Arbeit aber kommt auf die rund 200 im Eifelverein ehrenamtlich tätigen Wanderwegewarte zu, die das jetzt auf 2100 Kilometer reduzierte Wegenetz neu markieren und teilweise auch mit neuen und werbewirksameren Namen bezeichnen.

Die alten Markierungszeichen, bestehend aus schwarzen Keilen oder Winkeln auf weißem Untergrund, werden schrittweise ersetzt durch ein neues, frisches und farbiges Symbol.

„Im Moment habe ich fast einen Fulltime-Job“, sagt daher auch Wolfgang Müller aus Nideggen-Schmidt, der Hauptwegewart des Eifelvereins für die NRW-Eifel. Der 67-Jährige will sich über die Reform nicht beklagen. Er gehört seit seiner Wahl zum hauptverantwortlichen Wegewart im Jahr 2011 selbst zu den Wegbereitern des Projektes Hauptwanderwege 2.0. Ihm war schon länger aufgefallen, dass die bestehenden Eifelvereinsmarkierungen weder stimmig noch eindeutig sind. Wohl wissend, dass sein Vorgänger erst ein Jahr zuvor mit einem Vorstoß, die Markierung zu überdenken, „abgeblitzt“ war, nahm Müller das Thema in Angriff. „Die Qualität der Wege stimmte einfach nicht mehr, und seit Jahren bereits häuften sich die Beschwerden über die für den Wanderer irritierende Markierung“, sagt er.

Verwirrte Freizeitwanderer

Ausgelöst wurden diese Irritationen durch die Gestaltung der Symbole. Spitzwinkelige Dreiecke und Keile zeigen zwangsläufig eine Richtung an, doch so ist es nicht gemeint. Das wissen die organisierten Wanderer im Eifelverein sehr wohl. Ab der Freizeitwanderer weiß das nicht, ist in erster Linie verwirrt – und läuft entsprechend des Richtungspfeils, obwohl das nur das Symbol für den Wanderweg generell ist und die Laufrichtung eine andere sein müsste. Die Neu-Markierung soll Ende 2017 abgeschlossen sein. Die ersten Ortsgruppen haben bereits Vollzug gemeldet. „Bisher gab es nur positive Reaktionen“, freut sich Wolfgang Müller.

Der Schritt sei unumgänglich gewesen, „denn die Konkurrenz wurde immer besser“, sagt Müller. Mit neuen Wanderangeboten im Nationalpark oder der Eröffnung des Eifelsteigs habe sich auch die Erwartungshaltung der Wanderer geändert. „Markierungen müssen heute so ausreichend vorhanden sein, dass jeder Wanderer ohne Karte oder GPS ans Ziel kommt“, weiß Müller. So habe der Eifelverein auch 16 neue Markierungszeichen pro Kilometer kalkuliert. Ebenso erwarte der Wanderer unmittelbar nach jeder Wegekreuzung oder längeren Geradeaus-Abschnitten ein sogenanntes Beruhigungszeichen, das ihm die Gewissheit gebe, sich auf dem richtigen Weg zu befinden.

Reduzierung dringend notwendig

Auch die Reduzierung der Wanderwege des Eifelvereins war aus Sicht von Wolfgang Müller zwingend geboten. Das Angebot sei teilweise unüberschaubar gewesen: „Heute ist Qualität statt verwirrende Vielfalt angesagt“. Außerdem gelte es, ein Wanderangebot immer aus der Sicht des Besuchers zu betrachten. „Der Gast aus Amsterdam kann mit Lokalpatriotismus nichts anfangen“, betont Müller.

Wandern steigt seit Jahren in der Beliebtheitsskala der Freizeitaktivitäten – auch bei jungen Leuten. Dabei stellt Müller allerdings fest, dass Wandern im Verein inzwischen an Attraktivität verloren hat und auch lange und stramme Etappen über 20 Kilometer hinaus nicht mehr gewünscht seien: „Heute steht das spontane und individuelle Naturerlebnis im Vordergrund“, und dafür stelle der Eifelverein „seine Strukturen“ gerne zur Verfügung. Damit erinnert sich der Eifelverein auch noch einmal an eine Kernaussage in seiner Satzung, wo es heißt: „Der Eifelverein dient der Eifel“.

Für Wolfgang Müller selbst ist es regelmäßig ein herausragendes Erlebnis, sich an mehrtägigen Fußwallfahrten mit teils über 40 Kilometer Tagespensum zu beteiligen, und wenn er einmal Natur pur genießen möchte, dann begibt er sich auf den Felsenpfad zwischen Kreuzau und Trier. Dies sei für ihn „der schönste Weg des Eifelvereins.“

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