Eifel-Kommunen lehnen Verkauf von Staatswald „strikt” ab

Von: dpa
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Bonn/Euskirchen. Der Widerstand gegen den Verkauf von Staatswald in der Eifel wird massiver. Nach Umweltschützern wehren sich auch die betroffenen Eifel-Kommunen gegen den geplanten Verkauf von Staatswald im Kreis Euskirchen.

Die acht Kommunen lehnten den Verkauf von knapp 30 Quadratkilometer Waldfläche strikt ab, teilte der Waldbesitzerverband am Freitag in Bonn mit. Der hatte die Städte und Gemeinden im Vorfeld einer Expertenanhörung (6. Februar) zu ihrer Meinung befragt.

Das Land sei gegenüber den Bürgern in der Pflicht. Der Staat sei der einzige Garant für die Erfüllung des gesetzlichen Auftrags, öffentlichen Wald als Erholungsraum für Bürger zu erhalten. Nach dem Verkauf gäbe es aber bis auf Teile des Nationalparks Eifel im Kreis Euskirchen keinen Staatswald mehr. Außerdem habe der Wald eine große Bedeutung für den Wandertourismus. Erfahrungen zeigten, dass Wander- und Fahrradwege durch Privatwald häufig zu Konflikten führten.

Die Menschen in der Eifel seien wirtschaftlich und emotional stark mit dem Wald verbunden. Sie nutzten die Gebiete zur Erholung, Brennholzbeschaffung und zur Jagd. Mit dem Verkauf befürchteten sie Einschränkungen. Wenn das Land die Staatswaldflächen mit den hohen Naturschutzauflagen nicht mehr weiterentwickeln wolle, dann solle es die Flächen den betroffenen Städten und Gemeinden kostenlos übertragen, schlugen die Kommunen vor.

Zuvor hatten Umweltschutzverbände den geplanten Verkauf scharf kritisiert. Das zum Verkauf stehende Gebiet umfasse große Naturschutzgebiete. Die Umweltschützer befürchten, dass diese Gebiete nach dem Verkauf allein nach Profitinteressen bewirtschaftet werden und der Naturschutz auf der Strecke bleibt.

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