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DVD-Hersteller Cinram entlässt 420 Mitarbeiter

Von: Verena Müller
Letzte Aktualisierung:
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Cinram in Alsdorf: Die Belegschaft bekam am Donnerstag die schlechte Nachricht. Foto: André Schaefer

Alsdorf. Die Cinram GmbH in Alsdorf hat am Dienstag den Teilschließungsbeschluss zum 1. August bekannt gegeben. Betroffen ist die Produktion und damit rund die Hälfte der Belegschaft, die aktuell 850 Mitarbeiter umfasst – befristete Verträge ausgenommen. „In Summe sind es rund 420 Mitarbeiter, die nicht weiterbeschäftigt werden können“, sagte Geschäftsführer Klaus Schramm.

Die Zahl beziehe sich allerdings nicht allein auf die Produktion, sondern sei zum Teil auch das Resultat des Wegfalls des Auftraggebers Universal Pictures, dessen Folgen sich durch alle Bereiche zögen.

Die Belegschaft sei am Dienstag informiert worden. „Für die Distribution, die Druckerei und die Endverarbeitung laufen derzeit noch Gespräche über eine Fortführung“, erläuterte Schramm weiter.

Anfang März hatte Universal Pictures verkündet, den am 30. Juni auslaufenden europäischen Fertigungs- und Distributionsvertrag mit Cinram nicht zu verlängern. Die Folge: Umsatzeinbußen in Höhe von bis zu 60 Prozent. Begründet hatte der größte Kunde des Alsdorfer Unternehmens, das mit Schallplatten groß geworden war, diese Entscheidung nach Angaben von Cinram nicht.

2016 war das beste Jahr für den Hersteller von CDs, DVDs und Blu-rays. Der Umsatz lag bei rund 136 Millionen Euro. Ursprünglich sollten in diesem Jahr 50 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Vor allem sollte die Neuausrichtung hin zum Logistik-Dienstleister vorangetrieben werden. Aber seit Jahreswechsel ging es bergab. Anfang des Jahres hatten 1847 Partners LLC. und die GEM-Gruppe die drei Standorte von Najafi Companies, der Cinram seit 2013 gehörte, in Alsdorf, England und Frankreich übernommen. Geschäftsführer Dieter Lubberich wurde von Martin Kämper abgelöst. Anfang April kam Klaus Schramm als zweiter Geschäftsführer mit ins Boot. Kurze Zeit später stellte Cinram beim Amtsgericht Aachen einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, und die Suche nach einem Investor begann.

Jörg Erkens, Sekretär der IGBCE, sagte, die Teilschließung sei nicht ganz überraschend gekommen: „Das war eine der Optionen, die im Raum standen.“ Zuletzt hatte die Industriegewerkschaft harte Vorwürfe gegen die Geschäftsführung formuliert und ihr Hinhaltetaktik vorgeworfen. „Wir hatten mit Druck um Offenheit gebeten. Und ich bin froh über die Art und Weise, wie dem nun nachgekommen wurde“, sagte Erkens. Wenn die Produktion auch nach einer Restrukturierung defizitär sei, habe Cinram aus buchhalterischer Sicht richtig gehandelt. Und: „Wir hoffen, dass für die Beschäftigten eine Transfergesellschaft gegründet werden kann, um längere Kündigungsfristen zu ermöglichen.“ Dann käme dabei wenigstens noch etwas Gutes für die Mitarbeiter rum.

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