Düsseldorf - Düsseldorfer Modemesse kehrt zurück zu den Wurzeln

Düsseldorfer Modemesse kehrt zurück zu den Wurzeln

Von: Petra Albers, dpa
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Düsseldorf. Die krisengeschüttelte Düsseldorfer Modemesse kehrt zurück zu den Wurzeln. Wegen mangelnder Resonanz gibt sie die Herrenmodemesse HMD auf und konzentriert sich künftig wieder ganz auf die CPD, die traditionsreiche Messe für Damenbekleidung.

Sie soll in ihrer neuen Form vom 26. bis zum 28. Juli Premiere haben und den hochwertigen bis mittleren Mode-Bereich abdecken, teilte der Messeveranstalter Igedo Company am Mittwoch in Düsseldorf mit. Die Neuausrichtung sei ein überfälliger Schritt und „mit Sicherheit der einzig richtige Weg”, meinte Igedo-Geschäftsführer Philipp Kronen.

Die zweimal jährlich veranstaltete Düsseldorfer Modemesse steht seit langem unter Druck. Seit Jahren leidet sie unter rückläufigen Aussteller- und Besucherzahlen. Zur jüngsten Veranstaltung im Februar kamen rund 1450 Aussteller - 300 weniger als im vergangenen Sommer und 700 weniger als vor einem Jahr.

Die einst weltgrößte Modemesse drohte zur Bedeutungslosigkeit zu verkommen. „Wir sind nicht mehr die erste Messe am Platze”, räumte Kronen kurz nach seinem Amtsantritt im Januar ein. Ein Kommentar in der Fachzeitschrift „Textilwirtschaft” trug vor einigen Monaten gar die Überschrift „Düsseldorf ist in Lebensgefahr”.

Zu schaffen machten der Igedo unter anderem Konkurrenzveranstaltungen in Berlin und im Ausland. Während dort Prominente die Kollektionen bekannter Marken präsentieren, fehlte den Düsseldorfern zuletzt der Glamour-Faktor: Längst vorbei die Zeiten, als Branchengrößen wie Karl Lagerfeld oder Vivienne Westwood zur Messe den Weg an den Rhein fanden. Die größte Konkurrenz befindet sich allerdings vor der Haustür: In Düsseldorf und Umgebung gibt es mehr als 1300 „Showrooms”, in denen Modefirmen ihre Kollektionen den Händlern anbieten. Diese Hersteller brauchen die Messe nicht und ziehen ihr obendrein Besucher ab.

Jetzt will Kronen mit einem neuem Konzept die Düsseldorfer Modemesse retten. Vor wenigen Wochen holte er die als ausgewiesene Expertin geltende Mirjam Dietz in sein Team, die bereits früher als Projektleiterin der CPD tätig war. „Wir haben viele Ideen, die Branche kann gespannt sein”, verspricht sie im Hinblick auf die Sommerveranstaltung. Geplant sei „eine deutlich modernere Ausrichtung - visuell und vor allem inhaltlich”. So wird es einen Premium-Bereich und eine spezielle Fläche für italienische Design-Marken geben, die Modenschauen sollen attraktiver werden.

„Es ist sehr gut, dass sich die Messe jetzt wieder auf ihre Kernkompetenz beschränkt”, findet der Hauptgeschäftsführer des Modeindustrieverbands German Fashion, Thomas Rasch. „Das bietet neue Chancen für den Standort Düsseldorf.” Dazu beitragen soll auch ein neu gegründeter Verein von Vertretern der Modebranche, der Stadt und der Messe: Mit Unterstützung des Landes NRW haben sie sich auf die Fahnen geschrieben, Düsseldorf als Modestadt bekannter zu machen. Ein Millionenbetrag steht dafür in den nächsten drei Jahren bereit.

Die Igedo Fashion Fairs bündelten in den vergangen Jahren vier Messen unter einem Dach. Die Wäschemesse „Body Look” findet inzwischen aber nur noch einmal jährlich - parallel zur Juli-CPD - statt. Die einst aus Köln geholte Herrenmodemesse wird gestrichen. Für die Zuliefermesse „Global Fashion Fairs” wird noch ein neuer Termin gesucht. So konzentriert sich die Igedo im 60. Jahr ihres Bestehens wieder auf das, wofür ihr Name ursprünglich steht: die „Interessengemeinschaft Damenoberbekleidung”.
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