Düsseldorf schafft die Sperrstunde ab

Von: dpa
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Düsseldorf. Es klingt zunächst paradox: Um die Gewalt in der Düsseldorfer Altstadt einzudämmen, hat die Landeshauptstadt die Sperrstunde abgeschafft.

Der Stadtrat habe einstimmig beschlossen, die ohnehin erst ab 5 Uhr morgens geltende Sperrstunde ganz aufzuheben, bestätigte ein Stadtsprecher am Freitag. Die Kneipen können damit durchgängig geöffnet bleiben.

Die Polizei begrüßte die Entscheidung. Wenn die Wirte der „längsten Theke der Welt” um 5 Uhr morgens ihre letzten Gäste vor die Tür setzen, häuften sich bislang die Gewaltausbrüche gereizter Zecher. Allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres zählte die Polizei in dem berühmten Kneipenviertel 870 Schlägereien.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband NRW begrüßte die Aufhebung der Sperrstunde als „sinnvolle Lösung”: „Viele Gäste reagieren eben unwirsch, wenn sie plötzlich vor die Tür gesetzt werden”, sagte ein Sprecher.

Kölsche Lösung in Köln

In Köln hat man hingegen eine typisch kölsche Lösung für das Problem gefunden. Planungen für eine offizielle Abschaffung der Sperrstunde bestehen hier nicht, weil sie inoffiziell längst nicht mehr existiert: Schon 2005 hat das Ordnungsamt die Kontrolle der Sperrstunde um 5 Uhr eingestellt. „Die Leute bestellen um 5 Uhr ihr letztes Bier, trinken es bis 5.30 Uhr aus, klönen dann eine halbe Stunde vor der Tür und gehen um 6 Uhr wieder rein”, beschreibt der Leiter des Ordnungsamts die entspannte Kölner Haltung.

In Aachen, Dortmund und Mönchengladbach soll die gesetzliche Sperrstunde bestehen bleiben. In Mönchengladbach soll es aber keine weiteren Alkoholverbote wie beim Fußball-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach mehr geben, teilte Stadtsprecher Dirk Rütten mit: „Das war eine einmalige Einzelfallentscheidung.”

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