Düsseldorf - Düsseldorf bekommt eine grüne Seele

Düsseldorf bekommt eine grüne Seele

Von: Olaf Steinacker und Isa von Bismarck-Osten
Letzte Aktualisierung:
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So stellen es sich die Architekten vor: Am Wasser - zum Hofgarten hin - hat Libeskind die Fassade des Kö-Bogen-Neubaus mit 30 Meter langen Schlitzen versehen, in denen Bäume wachsen sollen. Die dahinter links beginnende Autohochstraße soll für den Kö-Bogen II später abgerissen werden.

Düsseldorf. Mit Daniel Libeskind prägt wieder einer der renommiertesten Architekten der Welt das Bild Düsseldorfs. Nach Frank Owen Gehry (Medienhafen), Helmut Jahn (Drei-Scheiben-Haus; Sign) oder Christoph Ingenhoven (Sky Office) wird dort nun auch ein Entwurf des New Yorkers realisiert.

Geplant sind zwei Bürogebäude am Jan-Wellem-Platz, mitten im Herzen der Stadt - zwischen Hofgarten, Königsallee und Schadowplatz.

Der Kö-Bogen ist wohl das mutigste Vorhaben der Landeshauptstadt seit dem Rheinufertunnel. Das Timing könnte nicht besser sein. Wenn der „Freedom Tower” in New York am Ground Zero im Jahr 2013 in den Himmel ragt, werden Gebäude nach Entwürfen des Star-Architekten noch gefragter sein.

Düsseldorf hat dann eins zu bieten: Den Kö-Bogen, der die Königsallee mit dem Hofgarten verbinden und den Schandfleck Jan-Wellem-Platz aufwerten soll. Mit im Boot sind die Düsseldorfer Projektentwickler „die developer” um Stefan Mühling.

Die Eröffnung des 300 Millionen Euro teuren Bauvorhabens ist für Herbst 2013 geplant. Aus einer „Verkehrsinsel” ein „großartiges Innenstadtzentrum” zu machen - nichts Geringeres hat Libeskind versprochen.

Tatsächlich hat der Kö-Bogen aber auch eine historische Dimension: Durch die Anbindung der Königsallee an den Hofgarten wird die im 19. Jahrhundert entstandene Stadtstruktur wieder hergestellt.

52,8 Millionen Euro hat die Stadt für den Verkauf des Grundstücks auf dem Jan-Wellem-Platz erhalten. Als der Stadtrat dafür grünes Licht gab, hat Oberbürgermeister Dirk Elbers den Entwurf ein „architektonisches Highlight” genannt.

Das sei keine modische Architektur, sondern etwas, „woran wir noch in 20 Jahren vorbeigehen und sagen: Das ist eine hervorragende zeitlose Architektur”, schwärmte auch Planungsdezernent Gregor Bonin.

Kreativ ist Libeskinds Entwurf allemal. Die Bauten sind zu den Stadtseiten geschwungen, zum Park kantig. In die gerade Fassade aus Glas und Naturstein hat er 30 Meter lange Schlitze montiert, in denen Bäume gedeihen sollen. Der Hofgarten wächst also ein wenig in die Stadt.

Die Gebäude sind 26 Meter hoch, bieten 500 Parkplätze in der Tiefgarage und 40165 Quadratmeter Mietfläche. Handel und Büros teilen sich den Platz, wobei die Geschäfte zur City hin liegen und bis in die dritte Etage reichen. Durch eine zweigeschossige Brücke sind die Büroebenen miteinander verbunden.

Auf einer dritten Ebene läuft man an der frischen Luft und blickt auf den Hofgarten. Und: Mühling plant mit modernster Haustechnik und setzt ausschließlich auf regenerative Energie (Biogas) - sogar ein Blockheizkraftwerk ist vorgesehen.

Mit dem Projekt Kö-Bogen II soll auch das innerstädtische Areal zwischen Hofgarten, Jan-Wellem-, Schadow- und Gustav-Gründgens-Platz in neuem Glanz erstrahlen. Bis 2014 sollen die Königsallee an den Hofgarten angebunden, der Jan-Wellem-Platz aufgewertet und unter anderen die Autohochstraße „Tausendfüßler” untertunnelt werden.

Dafür hatte die Stadt einen zweiten Architektenwettbewerb ausgelobt. Gewonnen haben ihn das Köln-Düsseldorfer Duo Juan Pablo Mo- lestina und Thomas Fenner (FSWLA Landschaftsarchitekten).

Das markanteste an ihrem Gewinner-Entwurf wird die tausendfüßlerfreie Zukunft des Areals zwischen Johanneskirche und Theatermuseum sein, die das Herz Düsseldorfs komplett verändern werden. Über dem Tunnel soll eine 400 Meter lange Fußgängerpromenade entstehen, die von Platanen gesäumt zum Shoppen und Verweilen einladen soll.

Unumstritten ist der Abriss der Hochstraße nicht. SPD und Grüne bemängelten vor allem fehlende Öffentlichkeitsbeteiligung und die nach ihrer Ansicht zu hohen Kosten.

„Die Düsseldorfer sind stolz auf ihre Rheinuferpromenade. Sie werden auch auf eine neu gestaltete Innenstadt stolz sein können”, lässt Elbers auf der Website der Stadt verbreiten. Ob der große Wurf, den er versprochen hat, gelingt, wird sich frühestens 2014 zeigen.
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