Dürener Badesee: Großer Einsatz, damit es den Gästen gut geht

Von: Gudrun Klinkhammer
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Fährt immer mal wieder mit dem Boot über den Badesee, um alles zu kontrollieren: Abteilungsleiter Klaus Schüller ist der Chef der Anlage in Düren Gürzenich. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Sie nimmt die Badegäste quasi in Empfang: Ingrid Schüller gehört zum Team der drei Kassiererinnen. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Kümmert sich um die neue Wasserskianlage am Dürener Badesee samt nötigem Zubehör: Tim Hendrics. Foto: Gudrun Klinkhammer

Region. Diesen Job würde nicht jeder machen: Klaus Schüller (59) ist Abteilungsleiter am Badesee in Düren-Gürzenich. Im Sommer, gerade bei schönem Wetter, macht er massenhaft Überstunden. Im Winter dagegen hat er viel Zeit und kann sich um sein Haus und den Garten kümmern.

In der kalten Jahreszeit braucht er den eigenen Rasen natürlich nicht zu mähen. Im Sommer erledigen das dann unter anderem seine Söhne.

Dass er einmal dieser unregelmäßigen Arbeit am Badesee nachgehen und diese auch noch lieben würde, das hätte er als Student selbst nicht für möglich gehalten. Damals studierte Klaus Schüller Sport und suchte nach abgeschlossenem Studium eine Stelle. Seine Mutter war es, die in der Dürener Zeitung eine Anzeige entdeckte. Darin wurde ein Abteilungsleiter für den Dürener Badesee gesucht. Klaus Schüller, frisch gebackener Diplom-Sportlehrer, bewarb sich und erhielt den Zuschlag. Schüller: „Seither bin ich quasi in jedem Sommer am See zu Hause, gehe nur zum Schlafen heim. Im Winter baue ich dann die ganzen Überstunden wieder ab, und das Jahr für Jahr. An diese Geschichte muss man schon mit Herzblut herangehen.“

Die Saison am Dürener Badesee startet in der Regel Mitte Mai und endet Mitte September. Natürlich ist es nicht damit getan, die Türen aufzusperren und die Gäste zu begrüßen. Die Saison beginnt für Klaus Schüller je nach Wetterlage bedeutend früher als Mitte Mai.

Ein paar Fakten: Der Badesee in Düren ist zwei Kilometer lang und einen Kilometer breit. Eine große Besonderheit des Sees ist der große Sandstrand. Auf rund 7000 Quadratmetern Strand wurden erst im Frühling 2014 wieder rund 1000 Tonnen Sand verteilt. Angekarrt wurde das lehmhaltige Material in 50 Lkw-Fuhren. Klaus Schüller: „Die ganze Masse musste dann verteilt werden, mit Radlader, Traktor und Schaufel.“

Auf die Frage, warum lehmhaltiger Sand verteilt wird und nicht feiner, weißer Quarzsand, hat der erfahrene Fachmann schnell eine Antwort parat: „Der feine Quarzsand geht rasch fliegen und verteilt sich in der ganzen Landschaft.“ Die lehmhaltige Masse ist wesentlich standorttreuer, allerdings auch regenempfindlicher. Denn nach einem jeden Regenguss verfestigt sich die Masse und muss immer wieder aufgelockert werden. Auch dieser Vorgang benötigt Zeit, trotz maschineller Hilfe manchmal mehrere Stunden.

Für die Gäste fällt der Startschuss bei schönem Wetter morgens um 9 Uhr. Klaus Schüller ist dann bereits um 7.30 Uhr vor Ort. Die sanitären Anlagen müssen früh am Morgen gereinigt werden, ebenso der Strand. Mit einem Boot bewegt sich der Abteilungsleiter zwischendurch immer wieder über den See und kontrolliert die ganzen Wassergerätschaften auf Sauberkeit und Funktionstüchtigkeit.

Bei schönem Wetter tummeln sich einige Tausend Badegäste am Wasser, dann heißt es: wachsam sein. Täglich ab 17 Uhr, an Sonn- und Feiertagen jeweils ganztägig, sind Mitarbeiter der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vor Ort. Gemeinsam mit Klaus Schüller kümmern sie sich um die Sicherheit der Schwimmer. Schüller: „Manchem Gast müssen wir ein Pflaster aufkleben, anderen geht während des Schwimmens im See die Luft aus. Bei vollem Haus haben wir hier nicht Augen genug.“ Probleme gibt es regelmäßig auch mit dem einen oder anderen Gast, der sich rücksichtslos benimmt; Stichwort: Radiolautstärke. Schüller: „Freundlich, aber dennoch konsequent müssen diese Störenfriede in ihre Schranken gewiesen werden.“

Ebenfalls einem „Risiko“-Job geht In-grid Schüller (51) nach, Ehefrau des Abteilungsleiters. Sie gehört zum Team der insgesamt drei Kassiererinnen. Bei schlechtem Wetter kommen die Kassiererinnen gar nicht zum Einsatz. Eine einzige Stunde wird dann für sie in der Woche abgerechnet als Grundvergütung. „Damit müssen wir eben klarkommen“, so Ingrid Schüller. Bei schönem Wetter dagegen teilen sich die Kassenfrauen den Tag in zwei Schichten ein. Eine Kassiererin arbeitet bis 14 Uhr und eine zweite von 14 Uhr bis 19.30 Uhr.

Um das Imbiss-Geschäft auf dem Gelände kümmern sich die beiden angehenden Veranstaltungskauffrauen Julia Zieger und Vina Harzheim gemeinsam mit einigen Aushilfen. Seit dieser Saison steht zudem Tim Hendrics für die Gäste bereit. Der 35-jährige Diplom-Sportwissenschaftler betreut die neue Wasserskianlage am Dürener Badesee. Zu seinen Aufgabenfeldern zählt nicht nur die Vermittlung des Wasserski-Sportes, sondern auch die Vermietung des Materials und die damit verbundene Büroarbeit.

Zäune müssen her

Vier Mal im Jahr müssen sämtliche Mitarbeiter des Dürener Seebadbetriebes gemeinsam ran. Dann stehen Großveranstaltungen auf der Tagesordnung. Es müssen zum Beispiel Zäune aus mehr als 100 Einzelelementen errichtet werden, die in der Nacht aus Sicherheitsgründen die Festwiese vom See abtrennen. Klaus Schüller: „Für derartige Festivitäten wird der See nur als Kulisse genutzt.“

Zu den treuen Gästen am Badesee zählt seit zehn Jahren Leontine Fehr aus Derichsweiler. Sie schwimmt am liebsten im Dürener Badesee, zieht dieses Gewässer jedem Schwimmbad vor. Leontine Fehr: „Man hat viel Platz zum Schwimmen, und das Wasser ist nicht gechlort.“ Auch freut sie sich über die freundliche Art der Betriebsmitarbeiter. Leontine Fehr: „Da ich immer so weit herausschwimme, hat mir der Abteilungsleiter einmal den Rat gegeben, eine weiße Badekappe anzuziehen. Das mache ich seitdem auch regelmäßig.“

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