Duales Studium: Industriemechaniker der RWTH gehen auch zur FH

Von: Axel Borrenkott
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Aachen. RWTH und FH Aachen, nicht in allem konkurrenzfrei, knüpfen ihr Netzwerk noch ein bisschen dichter. Die Universität bildet künftig Industriemechaniker aus, die gleichzeitig an der Fachhochschule studieren - und außerdem im Berufskolleg Jülich unterrichtet werden.

Ein weiteres Angebot des zukunftsträchtigen Programms „Duales Studium”, das berufliche Ausbildung mit akademischer Kompetenz verbindet.

Die RWTH Aachen, mit Abstand der größte Ausbildungsbetrieb der Region, bietet insgesamt 730 Ausbildungsplätze, davon jährlich 45 bis 50 Industriemechaniker. Jeweils sechs von ihnen können ab dem Wintersemester 2013/14 ihre Ausbildung in der Werkstätten der TH mit einem Maschinenbau-Studium an der FH kombinieren. „Wir müssen junge Menschen ausbilden, die den technologischen Herausforderungen der Zukunft gewachsen sind”, begründete TH-Kanzler Manfred Nettekoven das gestern unterschriebene Kooperationsabkommen mit der FH.

Nach dem ersten Jahr Ausbildung mit begleitendem Berufskolleg kommt im zweiten Jahr das Studium hinzu, die berufliche Ausbildung schließt nach zweieinhalb Jahren ab, das Bachelor-Studium nach vier Jahren. Freizeit ist ziemlich knapp in dem heftigen Programm, für das man „schon motivierte Leute braucht”, wie Josef Hodapp sagt, der Dekan des Fachbereichs Energietechnik der FH.

Eben das scheint aber zu funktionieren. In den dualen Studiengängen seien Abbrecher unbekannt. „Diese jungen Leute sind überproportional leistungsbereit”, hebt FH-Rektor Marcus Baumann hervor. „Das sind teilweise unsere besten Studierenden, sehr zielstrebig und auch in der Lage, etwaige Defizite zum Beispiel in Mathematik auszugleichen.” Mitarbeiter also, die ziemlich begehrt sein dürften in Unternehmen, solche, die „als Vorbilder fungieren” und mit denen man bisher „nur gute Erfahrungen” gemacht habe.

„Es ist sehr wichtig für Unternehmen, Leute zu haben, die beides können”, die also handwerklich fähig und zu komplexer Reflexion imstande sind, sagt Heike Schwarzbauer, Leiterin des Jülicher Berufskollegs, der dritte Partner des Ausbildungsverbunds.

Nutzen und Nachfrage der Betriebe, vor allem der kleineren und mittelständischen, seien auch groß, ein Engpass besteht aber offenkundig bei den Bewerbern.

Während die seit 2009 bestehenden dualen Studiengänge Maschinenbau Plus und Elektrotechnik Plus jeweils 20 Plätze anbieten, haben sich jetzt nur elf beziehungsweise neun Erstsemester gefunden. Dem Netzwerk gehören inzwischen 22 Betriebe an, die sich an dieser dualen Ausbildung beteiligen, doch gerade die kleineren „stellen nicht jedes Jahr Auszubildende ein”.

Während der seit zehn Jahren angebotene duale Studiengang „Scientific Programming” bereits Hunderte Absolventen hervorgebracht hat, habe man bei den Ingenieuren halt noch „mehr das Problem, das bekannt zu machen”.
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