Droht in Köln ab 2018 ein Verkehrschaos?

Von: Madeleine Gullert
Letzte Aktualisierung:
12104541.jpg
So soll die ungeliebte Kreuzung einmal aussehen: Die Straßenbahn wird künftig unterirdisch die bisherige Strecke and er Luxemburger Straße unter dem Militärring herfahren. Neue Fahrspuren sollen Rückstau verhindern. Foto: HGK

Köln. Die Kreuzung Militärring/Luxemburger Straße in Köln soll umgebaut werden, weil es sich dort fast immer staut. Das betrifft auch Autofahrer aus unserer Region: Denn wer nach Köln fährt und von der A4 in Klettenberg abfährt, landet an genau dieser verhassten Kreuzung.

Dreieinhalb Jahre soll der Umbau dauern. Danach soll sich die Verkehrssituation an dieser verhassten Kreuzung entspannen und die Straße für alle Verkehrsteilnehmer sicherer werden. Während der Bauarbeiten wird es aber zu Beeinträchtigungen für Autofahrer kommen, weil Spuren gesperrt sein werden. In Köln gibt es zudem die Sorge, dass eine Ausweichstraße der Luxemburger Straße zeitgleich zur Baustelle werden könnte.

Aber von vorne: Problematisch ist bislang, dass sich im Kölner Stadtteil Klettenberg nicht nur zwei große Straßen kreuzen, sondern auch die Straßenbahnlinie 18 oberirdisch fährt. Sobald die Schranken runtergehen, herrscht weitgehend Stillstand – und es entstehen lange Rückstaus. Das soll sich aber mit einer Untertunnelung ändern.

Die Bahn wird künftig zwischen den Haltestellen Köln-Klettenberg und Hürth-Efferen unter dem Militärring fahren, erklärt Frank Laufenberg, Projektleiter beim Landesbetrieb Straßen, im Gespräch mit unserer Zeitung. Kostenpunkt: ursprünglich 16 Millionen Euro. Der Landesbetrieb Straßen rechnet jetzt aber eher mit 18 Millionen Euro. Nicht, weil sich etwas an den Plänen geändert hätte, sondern aufgrund der Preissteigerung, die es in der Zwischenzeit gegeben habe.

Und wie ist der Zeitplan? Im Moment sei man in den Endzügen der Planung. Spätestens Anfang Mai werde man die Unterlagen bei der Bezirksregierung einreichen. Dann beginne das Planfeststellungsverfahren. „Günstigstenfalls haben wir den Beschluss in einem Jahr“, sagt Laufenberg. Dann müssten die Arbeiten noch ausgeschrieben und vergeben werden. Laufe alles optimal, könne man 2018 mit den Bauarbeiten beginnen. 2019 sei aber realistischer, sagt der Straßen-NRW-Projektleiter.

Das liege auch daran, dass neben dem Landesbetrieb Straßen zudem die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) und die für die Straßenbahngleise zuständige Häfen und Güterverkehr AG (HGK) an dem Projekt beteiligt sind. „Das sind einige Unwägbarkeiten.“ Außerdem könne es im Verfahren noch Änderungswünsche geben.

Neben der Untertunnelung des Militärrings sind bauliche Veränderungen der Straße geplant. Aus Richtung Autobahn kommend soll es beispielsweise stadteinwärts eine Rechtsabbiegerspur geben. Auch vom Militärring in Richtung Autobahn soll es eine neue Rechtsabbiegerspur geben. Andere Abbiegerspuren werden verlängert, so dass Rückstaus vermieden werden.

Am aufwendigsten wird der Tunnelbau, erklärt Laufenberg. Die Straßenbahn wird während der Bauarbeiten weiter verkehren, auf einer Ersatzstrecke, einige Meter neben den bisherigen Gleisen. Eine Busersatzverkehrslösung wollen die Beteiligten vermeiden. Dafür nehmen sie eine längere Bauzeit in Kauf. Die Linie 18, die zwischen Bonn und Köln verkehrt, ist aber eine bei Pendlern sehr beliebte und deshalb auch stets ausgelastete Linie.

Damit Autos überhaupt fahren können, würden die Bauwerke halbseitig errichtet. Trotzdem wird es zu Staus kommen. „Die Auswirkungen werden aber nicht immer gleich intensiv sein“, sagt Laufenberg. Auswärtige werde man bitten, den Bereich zu umfahren und beispielsweise erst eine Ausfahrt später, an Köln-Eifeltor abzufahren. Wie die Empfehlungen aussehen, werde man sehen, wenn es so weit ist.

Trotzdem fürchten einige ein Verkehrschaos in Köln. Die Stadt will nämlich die parallel zur Luxemburger Straße verlaufende Berrenrather Straße ebenfalls ab Mitte 2018 umgestalten und verengen. Dort sollen Fahrradspuren entstehen und breitere Gehwege. Dieses Bauprojekt könnte verheerende Folgen haben, weil viele Autofahrer auf die Berrenrather Straße ausweichen, wenn es auf der Luxemburger Straße zu voll ist.

Projektleiter Laufenberg verspricht, dass es nicht zu dem befürchteten Verkehrschaos kommen wird. „Wir wollen parallele Bauarbeiten vermeiden.“ Man sei stets in engen Absprachen mit der Stadt Köln, was das Baustellenmanagement angeht. „Wenn die beiden Baumaßnahmen zu einem Verkehrschaos führten, würden wir mit unseren Bauarbeiten notfalls einige Monate warten“, sagt er.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert