Aachen - Drogenrazzien in der JVA auch für Beamte überraschend

Drogenrazzien in der JVA auch für Beamte überraschend

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Das Thema Drogen im Gefängnis ist am Montag erstaunlich offen vor der 2. Schwurgerichtskammer am Aachener Landgericht thematisiert worden.

In einem Revisionsverfahren ging es lediglich um eine gerichtlich zu verfügende Entziehungskur für den angeklagten Alsdorfer Thomas R. (25), die am Ende auch verfügt wurde.

Bei der Klärung der Drogensituation des Angeklagten erhielt der Beisitzende Richter Michael Storck auf die Frage „Wann haben sie denn letztmalig Heroin konsumiert?”, dann die freimütige und spontane Antwort des Angeklagten: „Im Mai in der JVA”.

Die Anstaltsleitung der JVA Aachen räumte auf Anfrage ein, dass es regelmäßig Probleme mit Drogen und der Drogenbeschaffung in der JVA gebe. „Wir haben Drogen in der Anstalt”, sagte die stellvertretende Leiterin der hiesigen JVA, Brigitte Kerzel. Es sei immer ein gewisser Prozentsatz da, der Wachdienst versuche regelmäßig, versteckte und immer wieder neu auftauchende Wege zu finden und dann zu schließen.

Seit einigen Jahren sei in Aachen eine sogenannte Revisionsabteilung, ein Team von ausgesuchten Wachbeamten tätig. Sie ist direkt der Anstaltsleitung unterstellt und nimmt bei etwaigen „Sicherheitsstörungen” wie vermuteten Drogendeals oder Fluchtversuchen die Arbeit auf.

Die Beamten machen Razzien in den Zellen und kommen selbst für die Kollegen unangekündigt und das nicht immer zu deren Freude, wie jüngst in einem anderen Verfahren offenbar wurde, in denen es um Kompetenzstreitigkeiten zwischen den Sicherheitsbeamten des Aachener Gefängnisses ging.

Im vorliegenden Fall muss jetzt der freimütige Angeklagte mit weiteren Konsequenzen rechnen. Denn Oberstaatsanwalt Alexander Geimer bestätigte, dass er einen Vermerk über die Aussage fertigen und ihn zu den Akten geben werde. Ob nun ein weiteres Verfahren eingeleitet wird, muss dann die Anklagebehörde entscheiden. Der Alsdorfer war wegen fahrlässiger Tötung und schwerer räuberische Erpressung zu insgesamt sieben Jahren Haft verurteilt worden.
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