Drogenrazzia: In Tetz fallen zwei Schüsse

Von: Antonius Wolters und Guido Jansen
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Auf diesem Gehöft in Tetz kam es bei einer Drogenrazzia zu einem dramatischen Zwischenfall, bei dem der Hofbetreiber lebensgefährlich verletzt wurde. Foto: Guido Jansen
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Auf diesem Gehöft in Tetz kam es bei einer Drogenrazzia zu einem dramatischen Zwischenfall, bei dem der Hofbetreiber lebensgefährlich verletzt wurde. Foto: Guido Jansen

Tetz. Ein Drama, dessen Ausgang noch nicht abzusehen ist, hat sich Donnerstag früh auf einer Hofanlage bei Tetz abgespielt. Dort waren Spezialkräfte der Polizei gegen 6 Uhr angerückt, zwei Schüsse fielen, ein 68 Jahre alter Mann wurde gegen 7.30 Uhr mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen mit dem Rettungshubschrauber ins Aachener Klinikum geflogen.

Er und ein 61-Jähriger, der ebenfalls in Tetz lebt, sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Aachen auf dem Hof eine Cannabis-Zucht im großen Stil betrieben haben. Deswegen hatte das Amtsgericht Aachen eine Durchsuchung angesetzt. Die Spezialkräfte waren auch deshalb vor Ort, weil die beiden Männer registrierte Waffenbesitzer sind.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Aachen ein Ermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz gegen zwei 68 und 61 Jahre alte Männer geführt. Dabei seien, so Staatsanwalt Dr. Jost Schützeberg auf Anfrage unserer Zeitung, zuvor auch intensive Observationen erfolgt, die Grundlage für die folgenden Durchsuchungen waren.

Neben der Hofanlage war noch ein weiteres Haus in Tetz unter die Lupe genommen worden, in dem die Einsatzkräfte am Donnerstagmorgen Schusswaffen sicherstellten. In dem weitläufigen Hofareal, zu dem noch etliche Nebengebäude gehören, entdeckte das Spezialeinsatzkommando eine unterirdische Cannabisplantage. Dabei handelt es sich, wie Staatsanwalt Schützeberg ergänzt, um mehrere Container, die in die Erde eingelassen waren. Darin sollen die Cannabispflanzen gezüchtet worden sein.

Noch während die Durchsuchung im Gang war, versuchte der 68 Jahre alte Beschuldigte, sich mit einer Schusswaffe selbst zu töten. Das geht aus dem Bericht der Staatsanwaltschaft hervor. Um das zu verhindern, habe ein Beamter dem Mann in die Hand geschossen. Dennoch habe sich aus der Waffe des 68-Jährigen ein Schuss gelöst, der ihn am Kopf traf und schwere Verletzungen zur Folge hatte. Ein Rettungshubschrauber flog den Mann ins Aachener Klinikum, wo er unverzüglich notoperiert wurde. Er wird derzeit auf der Intensivstation behandelt.

Derweil werden die Ermittlungen fortgeführt. Der 61-Jährige befindet sich in Untersuchungshaft. Tetzer Bürger, die den Einatz mitbekommen haben, sprachen am Freitag davon, dass ein plötzlicher, sprunghafter Anstieg der Stromkosten auf dem Hof der Ausgangspunkt für die folgenden, umfangreichen Ermittlungen gewesen sein soll. Staatsanwaltschafts-Sprecher Schützeberg bestätigte die Aussagen auf Nachfrage nicht. Außerdem berichteten die Tetzer Bewohner von einem Großaufgebot der Polizei, das vor dem Einsatz Position bezogen habe.

Ein Mieter einer Halle auf dem Gelände des Hofes sagte, dass er gegen acht Uhr zu seiner Halle fahren wollte. Allerdings sei der Hof bis etwa 14 Uhr gesperrt gewesen. Danach stellte er fest, dass mehrere Türen und Tore auf dem Gelände eingerammt worden waren, auch das Tor zu seiner Halle. Zudem sagte er, dass die Container schon vor mehreren Jahren in den Boden eigenlassen worden sein sollen. Dass dort Cannabispflanzen angebaut wurden und seit wann das der Fall war, konnte er nicht sagen. „Das Anwesen ist sehr weitläufig, davon habe ich nie etwas mitbekommen.“

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