Aachen - Drogen im Wert von 14 bis 22 Millionen hergestellt

Drogen im Wert von 14 bis 22 Millionen hergestellt

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Was können Sie uns sagen, welchen Erlös die sichergestellten 160 Liter Amphetaminöl auf der Straße erzielen?” Richter Axel Fey stellte am Freitag im Prozess gegen zwei Drogenhändler aus Aachen und Jülich eine entscheidende Frage.

Der Ermittler der Polizei, der als Zeuge vor der am Aachener Landgericht aussagte, dachte kurz nach. Dann antwortete er trocken: „Zwischen 14 und 22 Millionen Euro.”

Millionen von Pillen gepresst

Die Gruppe um den nach Meinung der Ermittler äußerst gewieften mutmaßlichen Drogenmischer Günter R. (52), Spitzname Miraculix, und den Jülicher Speditionskaufmann Willi H. (55) handelte seit langem mit chemischen Drogen, auch mit ergänzenden Substanzen wie Vivapur, Magnesium oder Azeton, mit deren Hilfe die Drogen in Tablettenform gepresst wurden.

Bei dem 160-Liter-Deal in Geleen hatte die Polizei die Finger im Spiel, sie bezahlte Günter R. rund 250.000 Euro in bar - und nahm sofort danach die Beteiligten fest. Warum die Beamten nicht den Weg des Geldes an weitere Lieferanten verfolgt hätten, wollten die Anwälte der Angeklagten wissen. Das sei ihnen zu gefährlich gewesen, bekundete ein LKA-Ermittler, zu gerissen sei R., und die 250.000 Euro gehören schließlich dem Steuerzahler.

Auch den Weg der Grundstoffe zu Drogenlaboren im niederländischen Grenzgebiet hatte man nicht herausbekommen, bekannt waren lediglich Produktionsstätten in Spekholzerheide bei Kerkrade und in Puth bei Sittard.

Dort hatte Günter R. in einer Scheune mit einer Dürener Tablettenmaschine Millionen von Ecstasy-Pillen gepresst. Willi H. lieferte die Grundstoffe, und ein niederländischer Drogenpate den Ecstasy-Wirkstoff MDMA. Wie in der Verhandlung bekannt wurde, stieg die Gruppe bereits Anfang der 2000er Jahre in den internationalen Drogenhandel ein, in diesem Zusammenhang sind verschiedene andere Verfahren anhängig.

So sollen eine Million Pillen nach Kanada gegangen sein, ein Transport von einer Million Tabletten nach New York war geplant. In Autoreifen versteckt gingen etwa 30.000 Pillen nach Belize, 2004 verschiffte man 300.000 Stück nach England.

Mit einem Container aus Lima/Peru wollte das Drogen-Duo eine ständige Kokain-Linie von Lima nach Antwerpen und Aachen einrichten. Der Probecontainer kam zwar an, die darin befindlichen Drogen aber seien geklaut worden, hieß es am Freitag. Auch die Polizei, die den Container überwacht hatte, staunte beim Öffnen nicht schlecht. Die Siegel waren gebrochen, vom Kokain fehlte jede Spur. Der Prozess wird fortgesetzt.
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